Stuttgart - Der Autozulieferer Continental wird Ende des Jahres mit der schrittweisen Schließung seines Standorts in Oppenweiler (Rems-Murr-Kreis) beginnen. Bis März 2022 werden alle derzeit noch 312 Mitarbeiter den Arbeitsplatz verloren haben. Knapp 110 Beschäftigte davon verlassen bereits Ende 2020 das Unternehmen. Mitte 2021 werden weitere knapp 140 Beschäftigte den Job verlieren. Das sieht der Sozialplan vor, auf den sich Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertreter geeinigt haben. Der Plan wurde im Rahmen einer Betriebsversammlung vorgestellt.
Der Sozialplan sehe die Einrichtung einer Transfergesellschaft für die Dauer von maximal zwölf Monaten vor, schreibt der Zulieferer aus Hannover in einer Mitteilung. Dort sollen die Betroffenen, denen ansonsten die Arbeitslosigkeit droht, für eine Stelle bei einem anderen Unternehmen trainiert und qualifiziert werden. Wie viele Mitarbeiter in die Transfergesellschaft wechseln werden, ist noch unklar. Alternativ zu den Qualifizierungsmaßnahmen bietet Continental den Betroffenen Abfindungen an. Zudem können ältere Beschäftigte in den Ruhestand wechseln. „Wir gehen auch davon aus, dass unsere derzeit drei Auszubildenden ihre Ausbildung beenden können“, sagt der am Standort verantwortliche kaufmännische Geschäftsführer Christian Pfistner.
Verlagerung beginnt zum Jahreswechsel
Schon seit einigen Jahren sei der Standort Oppenweiler, wo Conti Kältemittelleitungen für die Pkw- und Nutzfahrzeugindustrie entwickelt und produziert, nicht mehr wettbewerbsfähig, begründet der Zulieferer das Aus. Deshalb hat das Unternehmen, einer der weltgrößten Autozulieferer, im Sommer vergangenen Jahres die Schließung des Standorts angekündigt. Die Demontage und Verlagerung der Anlagen und Maschinen soll schrittweise ab dem Jahreswechsel 2020/21 beginnen. Wo der Konzern künftig Kältmittelleitungen fertigen wird, sei noch nicht entschieden, sagt ein Unternehmenssprecher. Zur Wahl stehen neben Rumänien, wo die erforderliche Technologie bereits vorhanden ist, auch Frankreich. Ein Teil könnte auch an einem anderen Standort in Deutschland hergestellt werden.