Werkzeugmaschinenbau MAG strafft seine Angebotspalette

Von Melanie Trimborn 

Der Göppinger Werkzeugmaschinenbauer MAG stößt große Teile seines Geschäfts an ein taiwanesisches Unternehmen ab. Arbeitsplätze in Deutschland sind deshalb aber erst einmal nicht gefährdet.

Mitarbeiter von MAG montieren ein Gerät für den Motorenbau. Foto: MAG
Mitarbeiter von MAG montieren ein Gerät für den Motorenbau. Foto: MAG

Stuttgart - Der Werkzeugmaschinenbauer MAG trennt sich im Zuge einer Neuausrichtung von seiner Industriesparte. Der Geschäftsbereich „Industrial Equipment“ werde an die taiwanesische Fair Friend Group (FFG) verkauft, teilte das Unternehmen am Montag mit. Neben den Standorten in Mosbach, Taunusstein, Chemnitz, Witten und Offenburg sowie der russischen Vertriebs- und Serviceniederlassung sei auch ein Teil des Betriebs in Göppingen betroffen. Das zur Industriesparte gehörende Servicegeschäft werde ebenfalls von FFG übernommen. Der Hauptsitz in Göppingen bleibe aber weiterhin in der jetzigen Form bestehen. Über die Details sei Stillschweigen vereinbart worden.

MAG liefert Werkzeugmaschinen, Fer­tigungssysteme und Dienstleistungen an Kunden von der Luft- und Raumfahrt über die Solarenergie bis hin zum klassischen Maschinenbau. Aber bei der breiten Palette soll es jetzt nicht mehr bleiben. „Wir wollen uns mehr auf die Automobilindustrie konzentrieren“, sagte ein Sprecher des Maschinenbauers. Mit der Konzentration auf einen Bereich wolle das angeschlagene Unternehmen die Ertragskraft steigern und „global wachsen“.

Noch läuft ein Sanierungstarifvertrag

Was dies im Einzelnen für die Mitar­beiter des Geschäftsbereichs Industrial Equipment heißt, werde gemeinsam mit FFG kurzfristig entschieden, sagte der Sprecher. „Der Verkauf hatte sich bereits angedeutet“, sagte Michael Kocken von der IG Metall Göppingen. Die genauen Folgen müssten erst einmal abgewartet werden. Sorgen um die Mitarbeiter in Göppingen mache er sich erst einmal keine: „Es läuft noch ein Sanierungstarifvertrag, in der die Beschäftigungen bis 2014 gesichert sind.“

Der Industriebereich mit 600 Mitarbeitern generierte zuletzt etwa 120 Millionen Euro, etwa 24 Prozent des gesamten Umsatzvolumens der MAG IAS GmbH. Der Maschinenbauer war seit Ende 2011 von einer Treuhandgesellschaft verwaltet worden. Nachdem ein Verkauf im vergangenen Jahr scheiterte, hat der Eigentümer, der US-Investor Mo Meidar, im Sommer wieder die Kontrolle über die MAG-Gruppe übernommen. Meidar betreibe die Ausrichtung auf das Automobilgeschäft als Eigner und Firmenchef , sagte der Sprecher der MAG.

Im Zuge der Neuausrichtung hat sich die MAG-Gruppe bereits von anderen Geschäftsbereichen getrennt. Unter anderem wurde der erst 2011 übernommene französische Zulieferer für die Luft- und Raumfahrt namens Forest Liné wieder verkauft. Der US-Investor hatte die MAG-Gruppe 2005 aus verschiedenen deutschen und US-Maschinenbauern zusammengekauft, darunter waren Teile der Firmen IWKA und Thyssen-Krupp. Für 2013 erwartet MAG ein leichtes Umsatzplus. Einschließlich der beiden US-Werke beschäftigt die Gruppe derzeit 2200 Mitarbeiter.

Die taiwanesische Fair Friend Group erwirtschaftet mit mehr als 60 Unternehmen einen Jahresumsatz von 60 Milliarden ­US-Dollar. Der Geschäftsbereich Werkzeugmaschinen setzte mit 23 Marken und mehr als 32 Fertigungsstandorten in Taiwan, Japan, Südkorea, China, den USA und Italien 1,3 Milliarden Dollar um.