Werkzeugmaschinenbauer aus Eislingen Taiwanischer Mischkonzern kauft MAG

Von rtr 

Der taiwanische Mischkonzern Fair Friend Group (FFG) übernimmt den schwäbischen Werkzeugmaschinenbauer MAG aus Eislingen von dem umstrittenen US-Investor Mo Meidar.

Die Fair Friend Group aus Taiwan übernimmt MAG von dem umstrittenen US-Investor Mo Meidar. Foto: MAG
Die Fair Friend Group aus Taiwan übernimmt MAG von dem umstrittenen US-Investor Mo Meidar. Foto: MAG

Frankfurt - Der schwäbische Werkzeugmaschinenbauer MAG wird nach Taiwan verkauft. Der Mischkonzern Fair Friend Group (FFG) übernimmt das Unternehmen aus Eislingen bei Stuttgart von dem umstrittenen US-Investor Mo Meidar, wie die Vertragspartner am Mittwoch mitteilten. „Mit diesem strategischen Zukauf wird FFG zu einem der größten Werkzeugmaschinenbauer der Welt“, erklärte der Gründer und Chef des taiwanischen Konzerns, Jimmy Chu.

MAG stellt vor allem Werkzeugmaschinen für die Automobilproduktion her. Jede dritte Kurbelwelle und jeder fünfte Zylinderkopf für Personen- und Lastwagen werden nach Angaben des Unternehmens auf MAG-Maschinen hergestellt. MAG setzte im vergangenen Jahr 470 Millionen Euro um. Von dem neuen Eigentümer verspricht sich der neue MAG-Chef Rainer Beutel vor allem mehr Geschäft in Asien. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

FFG hat bereits Teil der MAG-Gruppe übernommen

Eigentlich sollte der frühere Daimler-Manager Rainer Schmückle MAG an die Börse bringen. Er war allerdings vor kurzem überraschend von Finanzchef Beutel abgelöst worden. Beutel fädelte nun auch den Verkauf ein. FFG ist für MAG kein Unbekannter: Chu hatte vor zwei Jahren bereits jenen Teil der MAG-Gruppe übernommen, der Werkzeugmaschinen für die Industrie außerhalb der Automobilbranche herstellt.

Meidar hatte MAG aus einer Reihe von Werkzeugmaschinenbauern geschmiedet, die zuvor Konzernen wie Kuka und ThyssenKrupp gehört hatten. Der Amerikaner hatte 2013 einen von den Banken geforderten Verkauf des Unternehmens nur abwenden können, indem er frisches Kapital in die MAG pumpte. Die Kreditgeber hatten Meidar vorgeworfen, mehr Geld aus MAG herausgezogen zu haben, als das Unternehmen verkraftet habe.