Wernauer Neckartalhalle Probleme im Boden: Sanierung dauert länger als geplant – „Raus damit!“

Die Neckartalhalle wird noch eine ganze Zeit lang eine Baustelle bleiben.  Foto: Architekturbüro Reutter/oh

Die Neckartalhalle in Wernau (Kreis Esslingen) wird saniert. Nach einem Brand im März war schnell klar, dass sich das Vorhaben verzögern wird. Jetzt gibt es einen Zeitplan.

Region: Andreas Pflüger (eas)

So angespannt die Haushaltslage der Stadt Wernau auch sein mag, auf Stückwerk haben die kommunalpolitisch Verantwortlichen offensichtlich keine Lust. So hat der Gemeinderat einen Vorschlag der Verwaltung einstimmig befürwortet, bei der Sanierung der Neckartalhalle keine halben Sachen zu machen – auch wenn dafür weitere knapp 250 000 Euro in die Hand genommen werden müssen.

 

Die Gesamtkosten für das Vorhaben steigen damit auf knapp 2,9 Millionen Euro. Bereits herausgerechnet sind dabei die Beiträge, die von der Versicherung übernommen werden, die also in Zusammenhang mit dem Feuer stehen. Der Beschluss für die grundlegende Modernisierung der Halle war bereits zuvor gefasst worden.

Trocknung nur teilweise erfolgreich

Auslöser für die neuerliche Beratung waren dennoch die Folgen des Brandes beziehungsweise des Löscheinsatzes. Denn während die Trocknungsmaßnahmen in der Halle selbst erfolgreich durchgeführt werden konnten, war das im Flur nicht möglich. Dort mussten rund Dreiviertel des Bodenbelags samt Estrich und Dämmung entfernt werden.

Für den Neuaufbau dieses Teils kommt die Versicherung auf, für das restliche Viertel des Flurs nicht. Dieses hätte theoretisch auch drinbleiben können, was aber das besagte Stückwerk gewesen wäre, sodass der zuständige Architekt Frank Reutter, vom gleichnamigen Wernauer Architekturbüro, von diesem Vorgehen abriet. Die zusätzlichen rund 40 000 Euro wurden vom Ratsgremium gebilligt.

Einhelliger Beschluss: „Raus damit!“

Im Hallenbereich wiederum zeigten sich, nachdem der Sportboden raus war, etliche brüchige Stellen am Estrich, eine unzureichende Überdeckung der Fußbodenheizung sowie ein insgesamt untypischer Bodenaufbau für eine Sporthalle. All das hätte zwar irgendwie saniert werden können, was bei einer fast 40 Jahre alten Fußbodenheizung aber zumindest ein Risiko dargestellt hätte.

So fiel auch hier der einhellige Beschluss „raus damit!“, was zu weiteren Mehrkosten von geschätzt 200 000 Euro führt. Dafür gibt es einen normgerechten Neuaufbau mitsamt Sportfußbodenheizung und der Möglichkeit, Bodenhülsen für die Querfelder einzubauen.

Im April 2026 kann der Sport wieder loslegen

Eine gute und eine schlechte Nachricht zur Neckartalhalle hatte Reutter ebenfalls im Gepäck: Zum einen konnte er einen nunmehr konkreten Bauzeitenplan präsentieren, was angesichts des Brandschadens bisher nicht möglich war. Zum anderen – und das war die schlechte Nachricht – verzögert sich eine Freigabe für den Sportbetrieb, vor allem weil die Trocknung sehr lange dauerte, um etwa zwei Monate.

Der Wernauer Gemeinderat informierte sich über den Stand der Sanierung vor Ort. Foto: Stadt Wernau/oh

Zu rechnen sei, das machten der Architekt und Bürgermeisterin Christiane Krieger deutlich, mit einer Fertigstellung im März 2026 und einer Betriebsaufnahme rund einen Monat später. Nachfragen aus dem Gemeinderat, ob’s denn nicht vielleicht doch schon ein wenig früher klappen könnte, erteilten beide eine Absage.

Beim Freibad läuft bisher alles nach Plan

Vor allem die Wernauer Sportvereine sind deshalb auch den Winter über auf den guten Willen einiger Nachbarkommunen angewiesen, wo man schon bislang Hallenflächen nutzen durfte. Krieger versprach, wohlwissend wie schwierig das in der kalten Jahreszeit werden dürfte, dass die Verwaltung bei der Akquise weiterhin helfen werde.

Abschließend wartete Frank Reutter dann noch mit einer weiteren „guten Nachricht“ auf: Demnach laufe bei der Sanierung im Freibad bisher alles nach Plan. Sowohl die Kosten von circa 1,25 Millionen Euro als auch die Bauzeit bis Mai 2026 sollten zu halten sein. „Wir gehen davon aus, dass das Freibad, wie vorgesehen, im Juni nächsten Jahres öffnen kann“, sagte er.

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