Wertewandel beim Autokauf Studie: Neue Mobilitätskonzepte gefragt

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Neue Mobilitätskonzepte wie das Carsharing sind nach einer Umfrage des Beratungsunternehmens PwC immer stärker gefragt. Als Statussymbol verliere das Auto an Attraktivität.

Die Mehrheit der Deutschen zeigt sich nach eine PwC-Umfrage offen für Carsharing. Foto: dpa
Die Mehrheit der Deutschen zeigt sich nach eine PwC-Umfrage offen für Carsharing. Foto: dpa

Stuttgart - Die Mehrheit der Deutschen ist nach einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC offen für neue Mobilitätskonzepte wie zum Beispiel Carsharing. Insgesamt zeigten sich in einer Umfrage der Berater 54 Prozent der Befragten bereit, ihr Auto mit anderen zu teilen; unter den 16- bis 29-Jährigen waren es sogar 66 Prozent. Zugleich jedoch betonten 74 Prozent der Befragten, es sei ihnen wichtig oder sogar sehr wichtig, ständig über ein Auto verfügen zu können, was nach Einschätzung der Berater aber nicht zwingend bedeutet, dass sie es auch besitzen wollen. Nur 19 Prozent gaben an, dass die Fahrzeugmarke wichtig für sie sei.

Fahrspaß steht immer weniger im Vordergrund

Der PwC-Autoexperte Felix Kuhnert sieht darin deutliche Hinweise auf einen Wertewandel, der sich in den kommenden Jahren noch verstärken werde. „Die Vorstellung der persönliche Besitz eines Autos sei ein Statussymbol, hat an Bedeutung eingebüßt“, erläutert Kuhnert. Auch der Fahrspaß stehe für immer weniger Menschen im Vordergrund, weil nur 40 Prozent der Befragten angaben, beim Autofahren komme es auch auf das Vergnügen an. Gleichzeitig, so Kuhnert, wollten die Deutschen aber auch in Zukunft nicht auf individuelle Mobilität verzichten. Für die Autohersteller bedeutet dies, dass sie nicht mehr nur Autos, sondern neue Formen von Mobilität verkaufen müssten, meint der PwC-Autoexperte Christoph Stürmer. „Sie müssen den Nutzer als Kunden gewinnen, nicht mehr primär den Käufer“, sagt Stürmer.

Chinesen sind besonders offen für das Autoteilen

Gestützt werde diese These von parallel durchgeführten Umfragen in den USA und China, berichten die Berater. Auch dort habe sich gezeigt, dass sich in der Kundschaft ein tiefgreifender Wertewandel vollziehe. So gaben in China nur 18 Prozent der Befragten an, dass die Marke des Fahrzeugs wichtig sei, in den USA waren es 28 Prozent. Deutlich wichtiger waren die Umweltfreundlichkeit und die Kosten. In China waren sogar 80 Prozent der Befragten bereit, ihr Auto mit anderen zu teilen.