Remseck - Die Remsecker haben am Sonntag den Weg dafür frei gemacht, dass der Verkehr zwischen Neckargröningen und Neckarrems – rund 36 000 Fahrzeuge sind es täglich – auf eine neue Brücke am Stadtrand verlegt wird. Das hat auch überregional politische Reaktionen hervorgerufen. Speziell von den Akteuren, die Befürchtungen der Westrandbrücken-Gegner entkräften wollen, die Entlastung des Zentrums vom Verkehr nehme auch dem Nordostring seine Dringlichkeit.
„Die Westrandbrücke ist kein Ersatz für den Nordostring, für den wir als CDU weiter eintreten“, kommentiert CDU-Bundestagsabgeordneter Steffen Bilger, Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium, dessen Statement auch die Remsecker und die Kreis-CDU beipflichten. „Der Nordostring ermöglicht, den überörtlichen Verkehr auf einer leistungsfähigen Trasse um Stuttgart herumzuleiten.“ Auch die Freien Wähler in Remseck bekunden, mit voller Kraft dafür kämpfen zu wollen, dass der Nordostring „als überörtliche Lösung für die regionalen Probleme“ komme.
Jürgen Walter hofft auf „Beerdigung“ des Nordostrings
Ganz anders sieht das Jürgen Walter, Landtagsabgeordneter der Grünen, der zwar das Votum für die Westrandbrücke begrüßt, aber auch die Totenglöcklein für den Nordostring läuten hört: „Ich hoffe sehr, dass somit der Nordostring, in allen seinen ober- und unterirdischen Varianten sowie als Symbol einer verfehlten Verkehrspolitik des letzten Jahrhunderts, endlich beerdigt wird“, so Walter.
Mehr den lokalen als den überregionalen Aspekt stellen die Akteure vor Ort jetzt in den Vordergrund. Den Ausgang des Bürgerentscheids hatten die Befürworter vorab zur nichts weniger als zur Schicksalsfrage für Remseck erklärt: Nur mit der Westrandbrücke, so das Argument, könne die Neue Mitte zu dem werden, was ihr Name verspreche. Die Initiative „Ja zur Westrandbrücke“, die offensiv für das Großprojekt geworben hatte, erklärt, das Votum bedeute, „jetzt nicht die Hände in den Schoß zu legen, sondern uns weiter aktiv im Rahmen von Bürgerwerkstätten konstruktiv in die Entwicklung unserer Stadt einzubringen“. Dabei hoffe man auch auf die Mitarbeit derer, die mit Nein gestimmt hätten, damit die Brücke und die Neue Mitte für alle Bürger bestmöglich gestaltet werden könnten. Auch Verwaltung und Gemeinderatsfraktionen aller Couleur bauen in ihren Statements auf einen lebendigen Beteiligungsprozess.