Das Wet Open Air Festival lockte am Samstag die Massen ins Badezentrum Sindelfingen: Sie verwandelten das Freibad in ein neuzeitliches Woodstock.

Böblingen: Jan-Philipp Schlecht (jps)

Tausende Elektro-Fans strömten am Samstag ins Badezentrum Sindelfingen. Nicht aber für das gewöhnliche Planschvergnügen: Dort stieg einmal mehr das Wet Open Air. Wie bei einem neuen Woodstock-Festival wippten die Massen im Takt der stampfenden Bässe und bevölkerten die Grashügel des größten Freibads in der Region Stuttgart. Auf vier Bühnen traten 19 Discjockeys auf. So viel Gras in der Luft lag, so wenig war davon unter den Füßen noch zu sehen: Der feuchte Boden platzte unter den Menschenmassen auf und glich bald einer Schlammwüste. Das Partyvolk schien es nicht zu stören. Im Gegenteil: Alkohol und Schweiß flossen in Strömen. Einen nüchternen Blick hatte die Polizei auf das feucht-fröhliche Treiben: Sie registrierte knapp 15 000 Besucher, was einen neuen Besucherrekord markieren dürfte. Besondere Vorkommnisse hatten die Beamten nicht zu beklagen, das Festival schien weitgehend störungsfrei verlaufen zu sein. Eine Angabe zur Zahl der Besucher war vom Veranstalter Permanent Entertainment mit Sitz in München nicht zu erhalten. Das Wet Open Air stieg nach 2019, 2022 und 2023 zum viertel Mal im Badezentrum. Zuvor fand es von 2015 bis 2018 im Gärtringer Freibad statt, wo man aber bald an die Kapazitätsgrenze stieß. Die scheint jetzt in Sindelfingen ebenfalls erreicht: Mehr als die 15000 Besucher verkrafte selbst das weitläufige Gelände nicht, hatte die Stadt Sindelfingen bereits im Vorfeld der Großveranstaltung mitgeteilt.