WET Open Air in Sindelfingen Dream-Bowl-Chefin verärgert über Techno-Fans
Das WET Open Air Sindelfingen hat Spuren hinterlassen – nicht nur im Sindelfinger Freibad: Die Geschäftsführerin des Dream Bowl äußert scharfe Kritik.
Das WET Open Air Sindelfingen hat Spuren hinterlassen – nicht nur im Sindelfinger Freibad: Die Geschäftsführerin des Dream Bowl äußert scharfe Kritik.
Fünfmal haben Techno-Fans bereits aus dem Sindelfinger Freibad ein Festivalgelände gemacht. Am vergangenen Wochenende tanzten dort mehr als 15 000 überwiegend junge Menschen beim WET Open Air zur Musik etlicher DJs auf drei Bühnen. Veranstalter, Polizei und Freibad sprechen von einem friedlichen Event. Kritik gibt es aber auch, insbesondere im Zusammenhang mit dem Shuttle-Verkehr für die Partygäste von der S-Bahn-Station Goldberg.
Die Geschäftsführerin des Bowlingcenters Dream-Bowl Böblingen an der Leibnizstraße direkt neben dem S-Bahn-Halt hat sich an die Städte Sindelfingen und Böblingen, den Sindelfinger Gemeinderat und die Bürgerreferentin gewandt, um Missstände im Zusammenhang mit dem WET Open Air anzuprangern. Sie spricht von „untragbaren Zuständen“.
Um den auswärtigen Gästen die Anreise zu erleichtern, hatten die Veranstalter des „Bade-Raves“ einen Shuttle-Service am Goldberg-Parkplatz eingerichtet. Es habe aber an der Organisation gehapert, kritisiert die Dream-Bowl-Geschäftsführerin Carina Knöbl in ihrem Brief an die Behörden. „Weder am Shuttle-Treffpunkt noch im Bereich des Park & Ride oder in der näheren Umgebung wurden Toiletten bereitgestellt.“
„Die Folge: massives Wildpinkeln und sogar schamloses Verrichten der großen Notdurft auf und um unser Grundstück – einschließlich Garten und Gebäudebereich.“ Mehr als 500 Menschen hätten sich über den Samstag hinweg unbefugt auf dem Gelände des Bowlingcenters aufgehalten. Einige davon hätten an Fassaden, an Klimaanlagen und in bepflanzte Außenbereiche uriniert. Zudem hätten sich einige Menschen, die offenbar zum Festival gewollt hätten, orientierungslos verhalten. Sicherheitspersonal sei aber keines erkennbar gewesen.
Carina Knöbl spricht auch von „massiven Störungen“ des Betriebs. „Festivalbesucher, oft nur leicht bekleidet, drangen in unser Center ein, um die sanitären Anlagen zu nutzen“, schreibt sie. „Anwesende Kindergeburtstage und deren Eltern reagierten entsetzt.“ Eine Gesellschaft habe die Geburtstagsfeier sogar vorzeitig abgebrochen. „Wir hatten letztes Jahr und im Jahr davor auch schon Probleme mit den Festivalbesuchern, aber dieses Mal war es echt krass“, sagt die Geschäftsführerin auf Nachfrage unserer Zeitung am Freitagvormittag.
Weder die Stadt Sindelfingen noch der Festival-Organisator Permanent Entertainment GmbH nahmen am Freitagmittag zu den Vorwürfen Stellung – auf entsprechende Anfragen lagen bis Redaktionsschluss keine Antworten vor.
Carina Knöbl macht konkrete Vorschläge, um beim WET-Festival im kommenden Jahr gerade die An- und Abreise der Gäste reibungsloser zu organisieren. Sie plädiert dafür, am Shuttle-Treffpunkt ausreichend viele Toilettenhäuschen aufzustellen. Auch solle ihrer Meinung nach ein Sicherheitsdienst präsent und sichtbar sein, der die Besucher steuern könne.
Das WET Open Air falle für das Bowlingcenter in eine ohnehin schwierig Zeit. „Derzeit verzeichnen wir erhebliche Umsatzeinbußen, insbesondere infolge der zahlreichen Baustellen in Böblingen und Sindelfingen sowie des laufenden Umbaus der Autobahn“, so Knöbl. Weitere Absagen durch Kunden, die ihre Reservierung verfallen ließen, weil sie keinen Parkplatz fänden, oder durch potenzielle Kunden, die sich abschrecken ließen, seien schwer hinzunehmen.
Die elfte Auflage des WET Open Air im Freibad von Sindelfingen ist bereits für Samstag, 11. Juli 2026, geplant. Der Veranstalter wirbt auf seiner Seite mit „Stuttgarts Rave des Jahres, verteilt auf drei Bühnen, genügend Wiesen zum Tanzen und einem legendären Pool zum Abkühlen“.
Geschichte
Im Jahr 2015 fand das WET Open Air zum ersten Mal statt, damals noch im Freibad Gärtringen. Das platzte jedoch nach einigen Jahren aus den Nähten.
Sindelfingen
Seit 2019 steigt der Rave im Freibad Sindelfingen. In der Corona-Zeit musste das Festival zweimal ausfallen.