Wettbewerb bei Köln Schönaicher will Deutschlands erster veganer Grillchampion werden
Marius Mezger aus Schönaich tritt beim ersten veganen Grillwettbewerb nahe Köln an. Dabei ist er ein überzeugter Fleischesser.
Marius Mezger aus Schönaich tritt beim ersten veganen Grillwettbewerb nahe Köln an. Dabei ist er ein überzeugter Fleischesser.
Er kann herzlich darüber lachen, dass er mit Nachnamen Mezger heißt und bei einem veganen Grillwettbewerb antritt. „Und dann bin ich von Beruf auch noch Bäcker und Koch“, sagt Marius Mezger, amüsiert über seine vielfache Verbindung zu gutem, genussvollem Handwerk.
Bei dem Wettbewerb, der am 26. Juni in Hürth bei Köln ausgetragen wird, geht es um nichts weniger als den Titel „Deutschlands erster pflanzlicher Grillchampion“. Sechs ambitionierte Hobbygriller aus ganz Deutschland werden gegeneinander antreten, einer von ihnen ist Marius Mezger. Ziel des Wettbewerbs ist es laut dem Veranstalter Eleplant, dass aufgezeigt wird, wie kreativ, genussvoll und vielfältig Grillen mit veganen Zutaten sein kann.
Marius Mezger wurde von einer Freundin auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht und freut sich, dabei zu sein. „Das ist mein erster Wettbewerb in Sachen Kochen“, sagt der 34-Jährige aus Schönaich. Sein Antrieb sei, sich persönlich weiterzuentwickeln und sich als Koch neuen Herausforderungen zu stellen. Er selbst sei überzeugter Fleischesser – aber in Maßen. „Ich habe es auf zweimal die Woche reduziert“, sagt er. „Wir konsumieren viel zu viel Fleisch. So hört das mit der Massentierhaltung nie auf.“ Die vegetarische und vegane Küche gebe viel her, „man muss nur wissen, wie“.
Auch wenn Marius Mezger sehr gerne Gemüse zubereitet, hat er es beim Grillen mit Freunden bislang eher nebensächlich behandelt. Der Fokus am Grill habe auch bei ihm bisher klar bei Würstchen und Fleisch gelegen, Gemüse habe er höchstens als Beilage über der Glut gebrutzelt. „Vegan zu grillen ist meine Premiere“, sagt er mit Blick auf den Wettbewerb, für den er sich ein Rezept ausgedacht hat. Er wird Zucchiniröllchen, gefüllt mit Auberginenpaste auf geräuchertem Tofu grillen, dazu eine karamellisierte Zucchiniblüte. „Die kommt auch ganz kurz auf den Grill.“ Dazu möchte er einen Tomaten-Minz-Salat zubereiten und einen Wildkräutersalat mit Granatapfelsirup. Ihm gefalle das Gericht, da es mit Gewürzen wie Kreuzkümmel und Minze an die orientalische Küche angelehnt sei und gut in den Sommer passe. Er versuche, scharf, süß, sauer und salzig zu kombinieren, „für den perfekten Geschmack“.
Erst habe er sich das Rezept ausgedacht, erzählt Mezger, es dann zu Hause auf dem Herd probegekocht und Testesser probieren lassen. Anschließend habe er das Rezept noch ein wenig angepasst. Eine Woche vor dem Wettbewerb wolle er das Gericht für seine Trainer – Mezger ist leidenschaftlicher Kickboxer – zum ersten Mal über der Glut probegrillen. Beim Wettbewerb steht ihm dann ein Gasgrill zur Verfügung.
„Wichtig ist, dass man das Gemüse sachte anbrät, es könnte sonst schnell dunkel werden“, sagt er aus Erfahrung. Grundsätzlich sei es beim Kochen veganer Gerichte unerlässlich, kräftig zu würzen. Die Herausforderung sei, aus einer Beilage einen Hauptgang zu gestalten und Zutaten kreativ neu miteinander zu kombinieren. „Und man muss schauen, dass man die Leute satt kriegt.“
Was ist sein Ziel bei der Teilnahme? „Dabei zu sein“, sagt Marius Mezger. Klar, gewinnen wolle jeder, „aber die Erfahrung ist am wichtigsten. Ich bin auch ein guter Verlierer“, sagt er und lacht. Der 34-Jährige hat gelernt, Rückschläge zu überwinden – zum Beispiel, als er in seinem Beruf als Bäcker eine Mehlstauballergie entwickelte. Auch in seinem zweiten Beruf als Koch arbeitet er aktuell nicht, da es in der Gastronomie im Moment „wirtschaftlich zu schwierig“ sei, sagt er. Sein Traum ist es dennoch, sich eines Tages mit einem Restaurant selbstständig zu machen. Vegetarische und vegane Gerichte seien dann selbstverständlich auch auf der Karte, versichert er.