Wettbewerb für Areal Kaufland, Rewe oder ein anderer Laden – wer macht das Rennen in Vaihingen?
Welcher Markt passt am besten in die Innenstadt von Vaihingen/Enz (Kreis Ludwigsburg) – und schadet nicht dem Einzelhandel?
Welcher Markt passt am besten in die Innenstadt von Vaihingen/Enz (Kreis Ludwigsburg) – und schadet nicht dem Einzelhandel?
Einige Namen kursieren in der Stadt: unter anderem Rewe und Kaufland – wer am Ende die Nase vorn hat, werden die nächsten Wochen zeigen. Immerhin steht der Sieger des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs für das zentrale Quartier „Graben–Friedrichstraße“ in Vaihingen an der Enz jetzt fest: Die Freiburger K9-Architekten überzeugten die 17-köpfige Jury mit ihrem Entwurf.
Das große Plus des Entwurfs, so der einhellige Tenor: Er orientiert sich eng am Erscheinungsbild der Vaihinger Altstadt. Das öffentliche Interesse richtet sich jetzt jedoch zunehmend auf die Frage: Welche Lebensmittelkette wird künftig den geplanten Markt in der Innenstadt betreiben?
Das Wettbewerbsergebnis öffnet die Tür zu Verhandlungen mit möglichen Betreibern. Kim Hasenhündl, Geschäftsführer der Wohnbau Oberriexingen, hatte das rund 3,9 Hektar große Areal bereits vor acht Jahren erworben. Er geht davon aus, dass der Gemeinderat das Ergebnis akzeptiert und das Büro beauftragt wird.
Laut Stadtsprecherin Astrid Kniep ist die Planung „nicht in Stein gemeißelt“, der Gemeinderat werde sicher noch an vielen Stellschrauben drehen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Räte besonders bei den Themen Verkehr und Supermarkt mitreden wollen.
Der Entwurf der K9-Architekten sieht rund 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche für einen großflächigen Einzelhändler vor – eine Größe, die in vielen Städten von Anbietern für Vollsortimenter genutzt wird. Laut Hasenhündl sei noch keine Entscheidung gefallen.
Zuletzt hatte es im Gemeinderat Stimmen gegeben, die für eine Reduzierung auf einen Discounter plädierten, um kleinen Läden in der Innenstadt nicht zu schaden. Hasenhündl geht jedoch weiter von einem Vollsortimenter mit mehr als nur Lebensmitteln aus. Welche Marke am besten zur Vaihinger Innenstadt und deren Publikum passe, vermöge er hingegen nicht zu beurteilen: „Man kann nicht pauschal sagen, wer der Favorit ist.“
Ursprünglich sollte der Auslobungstext bereits im Oktober 2022 beschlossen werden. Nach dem Wechsel im Oberbürgermeisteramt wurde das Verfahren jedoch laut Kim Hasenhündl noch einmal zweieinhalb Jahre zurückgestellt, um verschiedene Aspekte zu überprüfen. Die nun erreichte Entscheidung bringe das Vorhaben wieder auf Kurs. Die Baukosten schätzt Hasenhündl auf 70 bis 80 Millionen Euro. „Wir freuen uns, wenn wir Vaihingen voranbringen können.“
Der Entwurf sieht ein gemischtes Quartier mit Wohnen, Einzelhandel, Gastronomie und einem neuen Ärztehaus vor. Der Neubau soll auch Gewerbe anziehen und die ärztliche Versorgung in der Stadt verbessern – das geschehe ergänzend zu den bestehenden Angeboten im Vaisana-Ärztehaus, betont Kim Hasenhündl. „Das ist für alle Seiten gut und bringt auch uns etwas, weil dann mehr Wohnraum gebaut werden kann.“
Der Jurypräsident Eckart Rosenberger sprach angesichts des Siegerentwurfs von einem „großen Wurf“. Besonders überzeugten die planerische Einbindung der denkmalgeschützten Stallscheune sowie die klare städtebauliche Gliederung des neuen Quartiers mit Gassen, Plätzen und einer barrierefreien Anbindung hin zum Marktplatz.
Außerdem ist eine Tiefgarage mit rund 300 Stellplätzen geplant. Das Verkehrskonzept muss laut den Juroren allerdings weiter ausgearbeitet werden, insbesondere im Hinblick auf die reibungslose Anlieferung der künftigen Einzelhandelsflächen. Ein Punkt, der für die Auswahl eines geeigneten Vollsortimenters und der zusätzlich vorgesehenen Drogerie ebenfalls ausschlaggebend sein dürfte.
Die 17-köpfige Jury besteht aus Architekten, Landschaftsarchitekten, Vertretern aller Gemeinderatsfraktionen sowie Oberbürgermeister Uwe Skrzypek-Muth und Kim Hasenhündl sowie drei nicht stimmberechtigten Beratern. Sie tagte am 9. Dezember neun Stunden lang. Insgesamt wurden 125.000 Euro Preisgelder ausgelobt, wobei das Preisgeld für den Sieger mit dem Auftrag verrechnet wird.
Ausstellung
Alle eingereichten und ausgezeichneten Arbeiten sind am Samstag und Sonntag, 13. und 14. Dezember, jeweils von 10 bis 13 und von 14 bis 16 Uhr, zu sehen. Der Ort ist die ehemalige Aula des CJD Vaihingen.
Einladung
Die Stadtverwaltung lädt die Bevölkerung ein, sich ein Bild von den eingereichten Entwürfen zu machen. Die genaue Adresse lautet: Schloss Kaltenstein 19, gegenüber der Kaltensteinhalle am Alten Postweg.