"Wetten, dass..?" Hape Kerkling: Der Favorit

Von Ulla Hanselmann 

Persönlichkeit

Der charismatische 46-Jährige hat im TV-Geschäft Aufstieg und Niedergang durchlebt und trotz aller Gipfelbesteigungen („Total normal“, „70er Show“) nie die Bodenhaftung verloren. Moderieren, singen, schauspielern, schlämmern, schreiben – seine Vielseitigkeit ist entwaffnend.

Showmasterqualitäten

Hape Kerkeling ist der unumstrittene König der Fernsehunterhaltung. Als Moderator der „Goldenen Kamera“ etwa hat er bewiesen, dass er nicht nur ein genialer Komiker, sondern auch ein perfekter Entertainer ist. Die nötige Weltläufigkeit für internationale V.I.P.s bringt er übrigens mit: Kerkeling beherrscht fünf Fremdsprachen fließend.

Witz

Kerkelings Humor ist Legende. Wie Horst Schlämmer im Prominentenspecial von „Wer wird Millionär?“ Jauch zum Kandidaten degradierte, ist ein Juwel der Fernsehgeschichte. Diese Schräglage könnte für die Wettshow problematisch werden: die Gefahr, dass sein Komikgen durchschlägt und er seinen Gästen die Show stiehlt, ist groß.

Der Vorteil indes für den reibungslosen Ablauf rund ums Showsofa: nichts leichter für das Parodietalent als einen ausgefallenen Promigast zu ersetzen. Königin Beatrix lässt grüßen!

Publikumsgunst

Die laufende Männerhandtasche hängt bei allen Umfragen zur Gottschalk-Nachfolge die Konkurrenten ab, egal, ob sie Pilawa, Raab oder Jauch heißen. Und die Netzbürger lieben ihn heiß und innig. Ach was, die Netzbürger: alle lieben Hape!

TV-Business

Das ZDF macht ihm den Hof, doch mehr als einen Handkuss lässt er nicht zu: der Sender darf mal einen Film von ihm produzieren oder eine Dokuserie senden, mehr nicht. Stattdessen wechselnde Partnerschaften mit RTL, Sat1 oder der ARD. 1992 lehnte er das Angebot, Gottschalk zu beerben, ab. Ob das ZDF seinen unerreichbaren Traumprinzen Kerkeling schon aufgegeben hat?

Fazit

Kerkeling ist der klare Favorit. Doch er ist längst dabei, sich vom Bildschirm wegzuschleichen, der Pilgergang nach Santiago de Compostela war der Anfang. Vor zwei Jahren verkündete er in einem Interview, sich mit fünfzig aus dem Fernsehen zurückzuziehen und nur noch zu schreiben: „Ich will mir nicht dabei zusehen, wie ich vor der Kamera altere.“