Stuttgarts „Wüsten“-Winter Saharastaub trübt wieder den Himmel, Wärme-Rekord fast geknackt

Wieder trübt der Saharastaub den  Himmel über Stuttgart. Foto: StZN/Lukas Jenkner 6 Bilder
Wieder trübt der Saharastaub den Himmel über Stuttgart. Foto: StZN/Lukas Jenkner

Er kommt den weiten Weg aus Nordafrika zu uns. Wieder trübt Wüstenstaub den Himmel über Stuttgart. Und es gibt für die Meteorologen noch was Spektakuläres beim Blick aufs Wetter im Kessel.

Digital Unit: Jonas Schöll (jo)

Stuttgart - Weil sich wieder größere Mengen Saharastaub über Deutschland verteilt haben, erscheint auch der Himmel über Stuttgart milchig-trüb. Es liege eine südliche Strömung vor, diese bringe Saharastaub aus Nordafrika bis in unsere Breiten, erklärte Meteorologe Clemens Steiner vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Mittwoch in Stuttgart. Besonders intensiv können die Sonnenauf- und -untergänge erscheinen. Da die Lichtstrahlen anders gebrochen werden, färbt sich der Himmel in ein intensiveres Rot. Anfang Februar sorgte Saharastaub bereits schon einmal dafür, dass fast ganz Baden-Württemberg in ein trübes Licht getaucht wurde.

Lesen Sie hier: Als der Saharastaub Stuttgart schon einmal einfärbte

Darum erscheint der Himmel milchig-trüb

„Gerade bei Sonnenauf- und -untergängen muss das farbige Licht der Sonne einen viele längeren Weg zu unsern Augen zurücklegen“, erklärt der Wetterexperte. Wenn die Sonne über uns liege, sei der Weg, den das Licht zu uns zurücklegt, viel kürzer. „Dann ist der Effekt der Streuung an den Aerosolen viel höher.“ Weil durch den Saharastaub nun besonders viele Aerosole in der Luft seien, erscheinen Sonnenauf- und -untergänge sehr viel röter als sonst. Laut dem DWD hält die Konzentration in der Luft bis voraussichtlich Freitag an. Somit könne das Phänomen noch einige Tage andauern. Der Staub kann dem Dienst zufolge gesundheitliche Folgen für die Atemwege haben und zusätzlich zur lokalen Luftverschmutzung in Form von erhöhter Feinstaubbelastung beitragen.

Temperaturrekord in Stuttgart wackelt

Und noch eine Frage beschäftigt die Meteorologen auf dem Stuttgarter Schnarrenberg: Fallen bei den derzeit frühlingshaft warmen Temperaturen im Februar Wetterrekorde in Baden-Württemberg? Das Stelldichein mit dem Frühling verdankt der Südwesten einem Tief über dem Ostatlantik und zwei Hochs – eines nordöstlich von Griechenland, das andere ein Azorenhoch, erklärt Meteorologe Steiner.

„Der bisherige Rekord für Baden Württemberg liegt bei 22,5 Grad, dieser Wert wurde am 16. Februar 1960 in Müllheim gemessen. In Rheinau erreichten die Temperaturen in diesem Februar bereits 21,5 Grad, in Emmendingen liegt der Spitzenwert bisher bei 21,2 Grad.

Auch in Stuttgart waren die Meteorologen gespannt, ob ein Temperaturrekord für Februar wackelt. Der Spitzenwert in der Schwabenmetropole wurde mit 21,5 Grad am 24. Februar 1990 gemessen. Diesen Februar lagen die höchsten Temperaturen bislang bei um die 19 bis 20 Grad. Aber der Februar ist ja auch noch nicht zu Ende.




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