Ausgerechnet vor dem WFV-Pokal-Finale hat es die SG Sonnenhof Großaspach erwischt. Das 2:3 beim FSV Hollenbach bedeutete die erste Niederlage im 33. Spiel in dieser Fußball-Oberliga-Saison. „Eingeplant war das nicht, wir wollten die Runde schon ungeschlagen beenden, aber die Niederlage fügt uns keinen Schaden zu“, sagt Fabian Eisele. Der 30-Jährige war 90 Minuten im Einsatz, konnte seinen 34 Saisontreffern aber keinen weiteren hinzufügen: „Ich habe nicht ein einziges Mal aufs Tor geschossen. Solche Spiele kommen vor.“
Es geht ums DFB-Pokal-Ticket
Und in so seiner eigentlich bedeutungslosen Partie lässt sich das verschmerzen. Meisterschaft und Regionalliga-Aufstieg standen schon längst fest. Was jetzt noch zählt ist das Cupfinale. Mit einem Sieg gegen Oberliga-Vize-Meister TSG Balingen (Samstag, 14.30 Uhr/Gazi-Stadion) wäre die SG zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte nach 2009 WFV-Pokal-Sieger und hätte das lukrative DFB-Pokal-Ticket gebucht. Für Balingen wäre es ebenfalls der zweite Cupgewinn nach 2023. Beide Teams standen jeweils zwei weitere Male im Finale – ohne den Pott zu holen.
Wenn es nach den Ergebnissen in den direkten Duellen in dieser Oberligarunde geht, dann ist die Favoritenrolle klar verteilt. Die SG Sonnenhof gewann beiden Spiele gegen Balingen am 9. November 2024 und am 14. Mai 2025 jeweils mit 6:1. Wobei im Spiel vor gut einer Woche beide Teams mit Blick aufs Finale nicht alle Karten aufdeckten. Eisele jedenfalls misst den Ergebnissen wenig Bedeutung bei: „Das Auswärtsspiel ist schon lange her und in der Partie zuletzt wurde viel rotiert. Ich erwarte im Finale ein Spiel auf Augenhöhe, in dem die Tagesform entscheidet.“
Ausgeprägter Torriecher
Und bestimmt auch die Frage, ob er selbst – nach der Flaute in Hollenbach – wieder seinen Torriecher findet. Auf den konnte er sich eigentlich in seiner ganzen Karriere verlassen. Auch eine Etage höher. Beim Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena erzielte Eisele 22 Tore in der Saison 2021/22 . Wobei er betont: „Es ist schon deutlich schwieriger in der vierten Liga zu treffen, denn körperlich und taktisch herrscht dort klar höheres Niveau.“
Begonnen hatte seine Fußballer-Laufbahn in der Jugend des TSV Münchingen. In der U15 spielte er ein Jahr bei den Stuttgarter Kickers, gemeinsam mit seinem jetzigen Mitspieler Volkan Celiktas und Bundesligaprofi Grischa Prömel (TSG Hoffenheim). In der B-Jugend ging es zum VfB Stuttgart, Timo Werner und Joshua Kimmich waren zwei seiner bekanntesten Mitspieler. Nach Kurzeinsätzen beim VfB II in der dritten Liga unter Trainer Jürgen Kramny ging es weiter zu Hertha BSC II, der Wechsel kam über den Kontakt seines U-19-Trainers beim VfB, Ilija Aracic, zu Hertha-Coach Ante Covic zustande.
Viele Stationen
Seine nächsten Stationen waren FSV Zwickau, 1. FC Saarbrücken, FC Carl Zeiss Jena, TSV Steinbach Haiger und FC 08 Homburg. Bei den Saarländern bildete Eisele ein Sturm-Trio mit Phil Harres (jetzt Holstein Kiel) und David Hummel (künftig Hansa Rostock). „Vielleicht waren es etwas viele Vereine, aber ich hatte bei fast allen eine schöne Zeit, habe auch kulturell etwas mitgenommen und einen anderen Schlag Menschen kennengelernt“, sagt Eisele.
Was ihm für den Durchbruch ganz nach oben gefehlt hat? Vielleicht eine top Athletik? „Am ehesten das Tempo“, räumt er selbst ein. Sein Trainer Pascal Reinhardt lobt seine „absolute Torgeilheit und die Tatsache, dass er die Mannschaft mitreißt und andere besser macht“. Ganz abgeschrieben hat Eisele ein höherklassiges Engagement jedoch nicht: „Im Fußball weiß man nie.“ Doch grundsätzlich hat sich der verheiratete Vater einer 20 Monate alten Tochter für ein geregeltes Leben nah der Heimat entschieden. Vor der laufenden Saison unterschrieb der gebürtige Stuttgarter einen Dreijahresvertrag bei der SG, wohnt jetzt in Weissach im Tal und arbeitet in einem der Unternehmen von Uli Ferber im Bereich Marketing/Sponsoring.
„SG gehört in die Regionalliga“
„Ich bin sehr zufrieden, wie das Jahr verlaufen ist. Privat passt alles – und durch den Aufstieg mit der SG spielt der Verein da, wo er hingehört“, sagt Eisele. Fehlt eigentlich nur noch der WFV-Pokal-Sieg und die lukrative Teilnahme am DFB-Pokal, an dem die SG 2009 (1:4 gegen den VfB Stuttgart) und 2012 (1:2 gegen den FSV Frankfurt) bisher zweimal teilnahm.