Wie die DDR entstand Puzzlesteine Ostdeutschlands
Neue Länder? Die haben die Russen schon vor 80 Jahren erschaffen. Ostdeutschland entstand als ein kompliziertes Puzzle.
Neue Länder? Die haben die Russen schon vor 80 Jahren erschaffen. Ostdeutschland entstand als ein kompliziertes Puzzle.
Bevor die DDR erfunden wurde, war klar, was dereinst dazugehören sollte: ein Teil Berlins und das Territorium der fünf ostdeutschen Bundesländer – die es damals aber noch nicht gab und die bis Herbst 1990 auch niemand so nannte.
Ihre Entstehungsgeschichte ist komplex: Nach Kriegsende lag das Deutsche Reich auch geografisch in Trümmern. Mit dem Londoner Protokoll hatten Amerikaner, Briten und Russen schon im September 1944 geregelt, wie sie Deutschland aufzuteilen gedachten. Mit der Berliner Erklärung der Alliierten vom 5. Juni 1945 wurden die Besatzungszonen formal zugeteilt. Die Sowjetische Militäradministration für Deutschland schuf mit ihrem Befehl Nummer 5 sechs Wochen später schließlich, was wir bis heute die „neuen Länder“ nennen.
Die waren überwiegend am Reißbrett entstanden: Sachsen hatte eine lange Tradition als Kurfürstentum und ab 1806 als Königreich, nach 1918 als Freistaat. Thüringen formierte sich 1920 aus gleich sieben verschiedenen Freistaaten. Sachsen-Anhalt wurde aus einem Flickenteppich von Provinzen, Enklaven und dem Freistaat Anhalt gebildet. Brandenburg war einst das Kernland Preußens, was als Biotop des deutschen Militarismus galt und definitiv zerschlagen werden sollte. Mecklenburg-Vorpommern entstand als Fusion des Landes Mecklenburg (das auf eine slawische Burg an der Ostsee zurückgeht) mit dem bei Deutschland verbliebenen Teil Vorpommerns.
Die fünf neuen Länder hatten zunächst nicht lange Bestand. 1952 wurden sie unter DDR-Regie wieder aufgelöst, 1990 auf Beschluss der inzwischen demokratisierten Volkskammer aus 14 Bezirken aber neu zusammengepuzzelt. Nach der Wende gab es dann noch ein paar Grenzbegradigungen. Nun existieren sie seit 35 ihrer 80 Jahre währenden Geschichte in eigener Zuständigkeit.