Nasensprays haben verschiedene Anwendungszwecke. Am bekanntesten sind sicherlich die abschwellenden Nasensprays bei Schnupfen. Aber wie funktionieren solche Nasensprays eigentlich?

Neben den vorwiegend systemisch wirkenden Nasensprays sind vor allem Nasensprays zur lokalen Anwendung bei Schnupfen sehr beliebt. So beliebt, dass sie es sogar unter die 20 meistverkauften rezeptfreien Arzneimitteln schaffen, die jährlich über die Ladentische von Apotheken wandern (1).

Bei Schnupfen schaffen Nasensprays meist in wenigen Minuten eine deutliche Erleichterung. Die Schleimhäute schwellen ab und man bekommt auf einmal wieder merklich besser Luft. Allzu lange sollten die Sprays allerdings nicht eingenommen werden, da Abhängigkeit droht. Da stellt sich die Frage: Was passiert hier eigentlich in der Nase?

Auch interessant: Pollenkalender - Alle Blütenzeiten im Überblick

Wie funktioniert Nasenspray?

Abschwellende Wirkstoffe aus der Gruppe Sympathomimetika bringen die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut dazu, sich zusammenzuziehen und bewirken durch die verringerte Blutzufuhr, dass die Schleimhäute abschwellen.

Die Sympathomimetika-Wirkstoffe in den Nasensprays ahmen die Wirkung von Botenstoffen wie Adrenalin und Noradrenalin nach, indem sie bestimmte Adrenergene Rezeptoren aktivieren. Infolge kommt es zur Verengung der Blutgefäße und dem Abschwellen der Schleimhäute.

Da dabei auch die Schleimhäute im Mittelohr abschwellen, kann Nasenspray auch den Druckausgleich bei Mittelohrentzündungen erleichtern.

Lese-Tipp: So funktioniert die telefonische Krankschreibung?

Nasenspray Wirkstoffe

Zur lokalen Anwendung werden meist direkte alpha-Sympathomimetika eingesetzt. Die Bekanntesten sind beispielsweise:

  • Xylometazolin
  • Oxymetazolin
  • Tramazolin

Weitere in Nasenspray eingesetzte Sympathomimetika sind:

  • Naphazolin
  • Tetryzolin
  • Phenylephrin
  • etc.

Warum kann Nasenspray süchtig machen?

Ein längerer Gebrauch von Nasensprays kann zu einem Arzneimittelschnupfen (auch Arzneimittel-Rhinitis o. Privinismus (2) genannt) führen. Dabei entsteht ein Gewöhnungseffekt, bei dem die Schleimhäute nur noch schwer selbstständig abschwellen können, sobald die Wirkung des Nasensprays nachlässt. Der genaue Mechanismus ist allerdings nicht bekannt (3).

Sofern keine allergischen, anatomischen oder andere gesundheitlichen Ursachen zugrunde liegen, kann durch Absetzen des Präparates eine vollständige Normalisierung in der Regel gut erreicht werden. Der Rückgang der Schwellung kann dabei durchaus einige Wochen dauern. Bei starken Entzugsproblemen durch einen langen Dauergebrauch kann Nasenspray auch ausgeschlichen werden (4). Dabei wird nach und nach auf stärker verdünntes Nasenspray (zum Beispiel für Kinder bzw. Säuglinge) umgestellt.

Was sollte man bei der Anwendung beachten?

Um Nasensprays gesund zu nutzen, sollten diese richtig angewendet werden. Putzen Sie sich vor der Nutzung die Nase und reinigen Sie das Nasenspray direkt nach dem Gebrauch. Teilen Sie das Nasenspray nicht mit anderen Personen und nutzen Sie ein Spray nicht mehr als 3-mal täglich und nicht länger als 7 Tage am Stück.