Wieder Gastronomie in Korntal-Münchingen Im Freizeitbad schwimmen – und schlemmen
Die Stadt Korntal-Münchingen will die Gastronomie im Schwimmbad in Münchingen wiedereröffnen. Erste Schritte sind getan.
Die Stadt Korntal-Münchingen will die Gastronomie im Schwimmbad in Münchingen wiedereröffnen. Erste Schritte sind getan.
Ein Kiosk? Ein Bistro? Oder vielleicht sogar ein Restaurant? Wo die Besucher des Freizeitbads in Münchingen künftig Essen und Getränke herbekommen, das lässt die Stadtverwaltung und den Gemeinderat zurzeit ziemlich ratlos zurück. Fakt ist: Beide wollen den Badegästen so rasch wie möglich wieder ein vernünftiges gastronomisches Angebot machen – und zwar, bevor der Masterplan für die Zukunft des Bades steht beziehungsweise umgesetzt wird. Vor gut zehn Jahren schloss der Imbiss. Aktuell gibt es lediglich drei Automaten mit Kaltgetränken, Kaffee, Süßigkeiten, Salami. Weil die Automaten im Eingangsbereich stehen, vor der Kasse, kommen die Gäste während der Badezeit außerdem nicht an sie ran. Dieser Umstand wird laut der Stadtverwaltung von vielen beklagt.
Im Freizeitbad mit einem für 2024 geplanten Defizit von einer Million Euro muss so einiges auf Vordermann gebracht werden. Dieses Jahr würden noch die Beckenwasserpumpen erneuert. Die Beckendurchströmung des Lehrschwimm- und des Schwimmerbeckens müsse geändert werden. „Das bedeutet einen aufwendigen Umbau der technischen Ausrüstung“, heißt es. Auch braucht es ein neues Kassensystem. Obendrein schließt die Physiopraxis zum 1. August. Ein weiterer Raum bleibt dann verwaist zurück. Die Gastro zu reaktivieren, hat für den Gemeinderat höchste Priorität. Steffen Müller (Freie Wähler) schlägt ein Bistro mit warmen Speisen vor, unter anderem Pommes, gerade bei Kindern ein großes Thema. Lore Piette (Grüne) spricht sich für Crêpes und Sandwiches aus. Pommes und Döner gebe es schließlich an jeder Ecke. Ein funktionierendes Bistro werte das Freizeitbad auf, sagt Joachim Winter (CDU). Entscheidend sei, dass es betrieben werde. Deshalb sei ein Betriebskonzept nötig, auch, damit die gastronomischen Abläufe klappen. Doch wie?
Der Fraktionschef Oliver Nauth hätte am liebsten Interessenten, die der Stadt ihr Konzept vorstellen. Ein Betreiber müsse mit der Gastro schließlich ein auskömmliches Einkommen haben. Oliver Nauth erinnert an das einst geplante Ärztehaus: Es gab ein Konzept, ein Betreiber fehlte aber. Stephan Haag (SPD) meint, nötig sei ein Betreiber, der nicht schon vor der Eröffnung pleite sei. Es müsse ein Konzept her, das Jung und Alt anspricht. Auch Matthias Weil (FDP) findet, dass der neue Betreiber involviert sein sollte.
Der Bürgermeister Alexander Noak (parteilos) betont, die Stadt müsse sich den Gastrobetrieb finanziell leisten können, der zudem mit Leben gefüllt werden müsse. Wegen der knappen Stadtkasse hat Korntal-Münchingen die Generalsanierung immer wieder auf Eis gelegt – und damit auch konkrete Überlegungen für einen Gastrobetrieb. Letztlich haben sich der Gemeinderat und die Stadtverwaltung darauf geeinigt, erst einmal Betriebskonzepte mit verschiedenen Szenarien erstellen zu lassen. Dazu wollen sie sich die Expertise von Betreibern holen. Laut Noak haben schon erste Gespräche mit möglichen Pächtern stattgefunden. Viele seien das Thema leider „laienhaft“ angegangen. Die Stadtverwaltung schließt nicht aus, die neue Gastro selbst zu führen. In der Vergangenheit hätten sie immer Externe übernommen, was früher oder später oft zu Problemen geführt habe – und schlussendlich immer die Beendigung des Pachtvertrages zur Folge gehabt habe.
Die Stadtverwaltung hat auch eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Demnach sind im früheren Bistro sämtliche Leitungen veraltet. Über die genaue Lage und den inneren Zustand der Leitungen weiß offenbar keiner so recht Bescheid. Der Raum ist mittlerweile ausgeräumt, das Inventar nach der langen Zeit unbrauchbar. Kürzlich hatten sich die Gemeinderäte das Freizeitbad angeschaut. „Wir waren überrascht, wie es da aussieht“, sagt Steffen Müller (FW). Wäre es nach der Stadtverwaltung gegangen, hätte ein Büro auf der Grundlage der Planungen der Machbarkeitsstudie eine baubeschlussreife Planung mit Kostenberechnung (rund 350 000 Euro) erarbeitet. Parallel wäre ein Betriebskonzept beauftragt worden.