Wieder keine Medaille! Kombinierer in der Krise – eine Chance bleibt noch

Schon auf der Schanze alle Chancen eingebüßt: Vinzenz Geiger. Foto: IMAGO/Lehtikuva

Die deutschen Kombinierer gehen auch im Wettbewerb von der Großschanze leer aus. Geiger und Rydzek belegen die Plätze neun und zehn – ihre letzte Hoffnung ist der Team-Wettbewerb.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Historische Pleite für die deutschen Kombinierer: Erstmals seit 2010 blieben sie im Val di Fiemme ohne olympische Einzel-Medaille. Nun gibt es nur noch eine Chance, um das totale Debakel abzuwenden – am Donnerstag im Team-Wettbewerb. „Wir sind hochmotiviert“, sagte Vinzenz Geiger, „wir werden nochmal alles raushauen!“

 

Es war die Kampfabsage nach einem Absturz des deutschen Trios auf der Großschanze. Johannes Rydzek (1:23 Minuten), Julian Schmid (1:35) und Vinzenz Geiger (1:43) lagen so weit zurück, dass sie keine Möglichkeit mehr hatten, in den Kampf um die Medaillen einzugreifen. „Wir haben es auf der großen Schanze nicht geschafft, mit den Besten mitzuhalten. Das ist ernüchternd“, sagte Bundestrainer Eric Frenzel, „die Sprünge waren zu schlecht, um etwas reißen zu können.“ Weshalb es zu einem vereinsinternen Qualifikationsrennen kam.

Mehr als eine Minute hinter den Podestplätzen

Das Trio vom SC Oberstdorf kämpfte um die zwei Startplätze im Team-Wettbewerb. Geiger lief noch von Rang 18 auf Position neun vor, einen Platz dahinter landete Rydzek, Schmid wurde Zwölfter. „Die beiden sind läuferisch stärker als ich, und im Team gibt es eine ziemliche Keulerei“, sagte Julian Schmid, „bei mir fehlt die Form. Ich weiß nicht, woran es liegt.“ Rätsel gaben allerdings auch die beiden anderen Deutschen auf – schließlich lagen sie mehr als 1:20 Minuten hinter den Podestplätzen.

Es läuft nicht auf der Schanze: Johannes Rydzek. Foto: IMAGO/NTB

„Ich habe noch nicht herausgefunden, warum ich es im Springen nicht hinbekomme. Das ist einfach frustrierend“, sagte Vinzenz Geiger. „Unsere Leistung auf der Schanze ist nicht schönzureden, da haben wir einige Meter liegen lassen“, meinte Johannes Rydzek, „im Team müssen wir zeigen, dass wir das Skispringen nicht verlernt haben.“ Die Konkurrenz ist allerdings stark.

Der Norweger Jens Luraas Oftebro holte erneut Gold vor dem Österreicher Johannes Lamparter und dem Finnen Ilkka Herola – genau die selbe Medaillenverteilung hatte es schon im Wettbewerb von der Normalschanze gegeben. Und vor Geiger und Rydzek lag am Dienstag in Andreas Skoglund (4./Norwegen), Eero Hirvonen (5./Finnland) und Stefan Rettenegger (8./Österreich) je ein Landsmann der drei Athleten auf dem Podest.

Im Team-Rennen könnte Jens Luraas Oftebro seine dritte Goldmedaille holen und damit in den Kreis der erfolgreichsten Athleten dieser Winterspiele aufsteigen. Ob die Deutschen das verhindern? Zumindest die Hoffnung haben sie noch nicht aufgegeben. „Wir sind in der Rolle der Jäger“, sagte Rydzek. Und Geiger erklärte: „So leicht lassen wir uns nicht unterkriegen!“ Jetzt müssen den Worten nur noch Taten folgen.

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