Wiernsheim/Mönsheim Ein neues Umspannwerk für 16 Millionen Euro

Von Norbert Kollros 

Die alte Anlage lag in einem Überschwemmungsgebiet. Mit dem neuen Standort bei Pinache will die EnBW die Versorgung sichern.

Auf der 1,6 Hektar großen Fläche am Dürrmenzer Weg wurden elf Schaltfelder und zwei 110/20-Kilovolt-ransformatoren installiert. Foto: Norbert Kollros
Auf der 1,6 Hektar großen Fläche am Dürrmenzer Weg wurden elf Schaltfelder und zwei 110/20-Kilovolt-ransformatoren installiert. Foto: Norbert Kollros

Wiernsheim/Mönsheim - Neben dem Plattenwald kurz vor Pinache ist in den vergangenen Jahren Hightech in die Höhe gewachsen, die zigtausenden Stromkunden der Energie Baden-Württemberg zwischen Ötisheim und Mönsheim auf lange Sicht Versorgungssicherheit garantieren soll. Der Netzbetreiber Netze BW investierte rund 16 Millionen Euro in ein modernes Umspannwerk.

Die Anlage, in der Strom von der 110-Kilovolt-Hochspannungsebene ins 20 Kilovolt-Mittelspannungsnetz transformiert wird, löste die bestehende Anlage im Enztal bei Enzberg ab. „Dort befanden wir uns im Überschwemmungsgebiet, sodass wir uns auf die höher gelegene grüne Wiese bei Pinache gerettet haben“, scherzte Netze-BW-Geschäftsführer Martin Konermann nicht ohne ernsthaften Hintergrund. Zudem hätten sich die Lastschwerpunkte in die Region südlich von Enzberg verschoben, sodass der neue Standort im Versorgungsgebiet nun auch zentraler liege.

Mit dem neuen Umspannwerk habe man sich zudem für künftige Herausforderungen durch die vermehrte Hinwendung zu regenerativer Energie gerüstet. Durch Elektromobilität und Heiztechnologien mittels Wärmepumpen würde verstärkt durch Fotovoltaik und Windkraft erzeugte Energie nachgefragt, aber gleichzeitig auch steigende derart generierte Mengen ins Netz eingespeist. Diese Tendenz sei unverkennbar, und als Versorger gelte es, hierfür die Voraussetzungen sicherzustellen, so der Manager des EnBW-Tochterunternehmens.

Knotenpunkt im Weitverkehrsnetz

Und ein weiterer Punkt, der ihn freue weil auch hier für schnelle Datenverbindungen die technischen Voraussetzungen geschaffen wurden: Der neue Standort wurde zu einem Knotenpunkt im sogenannten Weitverkehrsnetz des Breitband-Anbieters und Schwesterunternehmens NetCom ausgebaut. Hier sei ein wichtiger Baustein im konzerneigenen Glasfasernetz entstanden, mit dem NetCom den Südwesten „mit ultraschnellem Internet versorgen“ wolle.

Zurück zum eigentlichen Umspannwerk: Auf der 1,6 Hektar großen Fläche am Dürrmenzer Weg wurden elf Schaltfelder und zwei 110/20-Kilovolt-Transformatoren installiert. Zudem erfolgt von hier aus die 110-kV-Hochspannungseinspeisung ins Umspannwerk der Stadtwerke Mühlacker. Außerdem mussten für die Einbindung der neuen Anlage ins bestehende Hochspannungsnetz die bestehenden Versorgungstrassen umgebaut werden. Zum Versorgungsgebiet der neuen Anlage gehören Enzberg, Ötisheim, Niefern-Öschelbronn, Wiernsheim, Wurmberg und Mönsheim.