Wiesensteig Lämmerbuckeltunnel: Mehr Sicherheit

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Von diesem Freitag an wird gesprengt: Der Bund baut zwei Rettungsstollen am Lämmerbuckeltunnel für 7,3 Millionen Euro.

Die Tunnelpatin Aloisia Tritschler, die Gattin des Wiesensteiger Bürgermeisters,  drückt den Knopf für die symbolische erste  Sprengung. Foto: Horst Rudel
Die Tunnelpatin Aloisia Tritschler, die Gattin des Wiesensteiger Bürgermeisters, drückt den Knopf für die symbolische erste Sprengung. Foto: Horst Rudel

Wiesensteig - Der Aufwand ist enorm, ebenso wie die Kosten. Am Mittwoch hat der Bund offiziell mit den Bauarbeiten an zwei Rettungsstollen im Lämmerbuckeltunnel an der A 8 begonnen, in dem es immer wieder zu Unfällen kommt. Rund hundert Gäste kamen zum Auftakt der Arbeiten, dem Tunnelanschlag, an dem rund 7,3 Millionen Euro teuren Projekt.

Wie wichtig Investitionen in die Tunnelsicherheit ist, hat erst vor kurzem ein schwerer Unfall im Lämmerbuckeltunnel gezeigt. Dort war ein Lastwagen wegen eines Defekts im Motor in Brand geraten. Die Feuerwehr war stundenlang mit Löscharbeiten beschäftigt, der Lastwagenfahrer konnte sich unverletzt retten. Nach Auskunft des Kreisbrandmeisters Michael Reick kam den Feuerwehrleuten unter anderem zupass, dass in der Vergangenheit bereits eine Brandmeldeanlage, eine Löschwasserversorgung und eine Entlüftung in den Tunnel eingebaut worden waren. In den vergangenen sieben Jahren wurden bereits rund 6,7 Millionen Euro in die Tunneltechnik investiert.

Bei Sperrungen fungieren die Stollen als Umleitungsstrecke

Nun steht also der Bau der Rettungsstollen in dem 622 Meter langen Tunnel an. Die beiden 150 und 170 Meter langen begehbaren Röhren sollen die Fluchtwege in Zukunft auf maximal 300 Meter verkürzen. Außerdem können sie bei Sperrungen als Umleitungsstrecke genutzt werden. Während es bei dem Tunnelanschlag bei einer symbolischen Sprengung blieb, rücken an diesem Freitag die Bauarbeiter mit schwerem Gerät an. Der Verkehr wird dann per Ampelschaltung für etwa 15 Minuten aus dem Tunnel gehalten.

Eine Probesprengung soll dann zeigen, ob die Vortriebsarbeiten bei laufendem Verkehr gemacht werden können, oder ob der Tunnel immer wieder kurzzeitig für Sprengungen gesperrt werden muss. „Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer steht bei der Beurteilung dessen selbstverständlich im Vordergrund“, teilt das Regierungspräsidium Stuttgart dazu mit.

Im April 2019 soll alles fertig sein

Die Vorbereitungen für den Bau der Rettungsstollen begannen bereits im Oktober. Der Zeitplan sieht vor, bis Mitte Mai den Stollen auf der Ostseite freizusprengen. Dann folgt die Westseite. Im Juli sollen die Stollen dann an den Tunnel angeschlossen werden. Die gesamte Bauzeit beträgt voraussichtlich 19 Monate, die Stollen sollen im April 2019 fertig sein.

Der Regierungspräsident Wolfgang Reimer sprach von einer bedeutsamen Maßnahme: „Angesichts der verkehrlichen Bedeutung und Belastung der wichtigen Ost-West-Achse Autobahn 8 stellt die Tunnelsicherheit ein entscheidendes Kriterium dar, das im Ernstfall lebensrettend sein kann.“ Das Regierungspräsidium werde darauf dringen, dass die Rettungsstollen wie geplant fertig würden.