Ein ähnliches Bild zeigte sich eine Woche darauf am Wochenende vom 19. auf den 20. Februar entlang der Schickardstraße zwischen Böblingen und Dagersheim: Wieder flattern Werbeblätter und Prospekte am Straßenrand in der Böschung. Der heftige Wind in diesen Tagen trug dazu bei, dass das Altpapier weiter verteilt wurde auf einen nahe gelegenen Acker – sicher zum Unmut des Grundstücksbesitzers. Auch auf der Panzerstraße zwischen Böblingen und Schönaich soll es zu wilden Entsorgungen dieser Art gekommen sein.
Bürger aus Altdorf und Böblingen beschweren sich
Ein Zeitungsleser aus Altdorf berichtet, vor allem neben der Tübinger Straße schon seit über einem Jahr immer wieder am Wochenende das Altpapier flattern zu sehen, ohne aber eine Regelmäßigkeit feststellen zu können. Er zeigt sich besorgt über die Vermüllung, die die Hemmschwelle für andere senke, einfach den Unrat aus dem Autofenster zu werfen. Die Vermüllung der Umwelt setze sich auch entlang der B 464 bei Holzgerlingen fort, sagt er.
Nicht nur in Altdorf regt sich Unmut über den Umweltfrevel: Böblingens Pressesprecher Fabian Strauch bestätigt, dass in jüngster Vergangenheit zwei Beschwerden über den wilden Müll beim Bürgerreferat der Stadt eingegangen seien. Allerdings sei die Gemeinde in diesem Fall nicht zuständig, da das Altpapier jenseits des Ortsschilds entsorgt worden sei. Die Pflege der Kreisstraßen liege aber in der Zuständigkeit des Landratsamts.
Straßenmeisterei bleibt nur das Aufsammeln
In der Tat ist die Vermüllung der Kreisstraßen dort ein regelrechtes Dauerthema. „Zuletzt haben sich die Fälle aber noch mal gehäuft“, bestätigt der Pressesprecher des Landratsamts, Benjamin Lutsch. Das berichte die Straßenmeisterei, die für das Aufsammeln des Altpapiers zuständig ist. Lutsch kann überdies ausschließen, dass die Transporter des kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebs das Papier verloren haben könnten.
Dessen Fahrzeuge seien nach oben geschlossen, das Altpapier darin gut gesichert. Außerdem passten die Zeitpunkte der Verschmutzung nicht mit den Routen der Altpapiertransporter zusammen. Die Entsorgung und damit zusätzliche Kosten blieben dennoch an den Behörden hängen, sagt Benjamin Lutsch. „Die Kollegen von der Straßenmeisterei sammeln den Müll auf, wenn Hinweise aus der Bevölkerung eingehen. Darüber hinaus gibt es mehrmals im Jahr systematische Aufräumaktionen entlang der Kreisstraßen“, sagt er. Da sich die Fälle von wildem Müll in letzter Zeit häufen, wird die Straßenmeisterei sie von nun an auch dokumentieren. So soll eine genauere Angabe über die Müllmenge möglich sein.
Polizei fahndet weiterhin nach Täter – bisher ohne Erfolg
Da es sich um dreiste Umweltverschmutzung handelt, ermittelt in dieser Sache auch schon die Polizei. „Der Fall liegt derzeit beim Polizeirevier Böblingen“, sagt Pressesprecherin Yvonne Schächtele vom Polizeipräsidium Ludwigsburg, zu dem auch der Kreis Böblingen gehört. Bereits im November des vergangenen Jahres sei die Vermüllung aktenkundig geworden. Wie hoch die Zahl der Fälle ist, lasse sich nicht beziffern, sagt sie. „Solche Verschmutzungen entstehen ja doch immer wieder“, längst nicht alle würden bei der Polizei angezeigt.
Vielleicht können die Dokumentationen aus dem Landratsamt helfen, ein Muster zu erkennen und den oder die Übeltäter ausfindig zu machen? Bisher verfolgt die Polizei keine heiße Spur. Ein Anfangsverdacht habe sich nicht erhärtet, sagt Yvonne Schächtele. Die Ermittlungen liefen immer noch, weshalb sie die Bevölkerung um Mithilfe bittet.
Polizei bittet um Hinweise
Wer sachdienliche Hinweise zu den Fällen der wilden Entsorgung des Altpapiers geben kann, wird gebeten, sich beim Polizeirevier Böblingen zu melden. Dies ist per Telefon unter der Nummer (0 70 31) 13 25 00 zu erreichen.