Wilhelma-Aktion Kaffee aus dem Wald der Orang Utans

Von Uli Meyer 

Die Wilhelma verbindet Artenschutz mit einer guten Sache: Im neu gestalteten Café Belvedere gibt es künftig Kaffee aus der Heimat der Orang-Utans, aus Sumatra. Den Kaffee kann man trinken, aber auch kaufen. Vom Erlös geht ein Teil an den Tierschutz, ein Teil an die beteiligten Bauern.

Vom Aussterben bedrohte Art: die Orang-Utans (hier im Münchner Zoo) Foto: dpa
Vom Aussterben bedrohte Art: die Orang-Utans (hier im Münchner Zoo) Foto: dpa

Stuttgart - Guten Kaffee genießen und gleichzeitig ein Artenschutzprojekt unterstützen: Das ist ab sofort in der Stuttgarter Wilhelma möglich. Im neu gestalteten Café Belvedere oberhalb der Subtropenterrassen schenkt der Gastronomiepartner des zoologisch-botanischen Gartens den sogenannten Orang Utan Coffee aus. Das gleichnamige Projekt ist zum Schutz des vom Aussterben bedrohten asiatischen Menschenaffen ins Leben gerufen worden.

Klein- und Bergbauern werden unterstützt

„Allein aus Mitleid mit den Tieren soll dieser Kaffee natürlich nicht getrunken werden. Wir wollen auch für Qualität stehen“, sagt Regina Frey. Die Schweizer Biologin gründete 1996 die Stiftung Paneco, die sich um Natur- und Artenschutz in der Schweiz und in Indonesien einsetzt und schon einige Programme zum Fortbestand des Sumatra-Orang-Utans und des tropischen Regenwalds initiierte. Dazu gehört seit einigen Jahren auch die Zusammenarbeit mit professionellen Partnern aus der Kaffeebranche. Den Klein- und Bergbauern auf Sumatra werden die von ihnen angebauten Kaffeebohnen zu einem Preis abgekauft, der zehn bis 20 Prozent über dem jeweils aktuellen Marktpreis liegt. Zusätzlich erhalten die Bauern eine Prämie von 50 Cent pro Kilogramm exportiertem Rohkaffee. „Mit fairem Handel unterstützen wir die Bauern bei ihrem Umstieg auf ökologischen Anbau“, verdeutlicht Frey, dass die indonesischen Bauern sich ihrerseits verpflichten, den am Schweizer Biolandbau orientierten strengen Richtlinien zu folgen und auf den Einsatz jeglicher Agrochemie sowie auf die Vergrößerung ihrer Anbaufläche auf Kosten des Regenwalds zu verzichten.

Projekt vereint Fairtrade und Artenschutz

„Wir sind stolz, der erste Zoo in Deutschland zu sein, der diesen Kaffee anbieten kann“, sagt Denise Schuler, Geschäftsführerin der Wilhelma-Gastronomie. Der Zufall spielte ein wenig mit, als Stefanie Reska, die im Wilhelma-Management für die Bereiche Umwelt, Bildung und Artenschutz zuständig ist, mit der Stiftung Paneco in Hamburg in Kontakt kam und man sich dann recht schnell auf eine Zusammenarbeit einigte. „Das ist ein schönes Projekt. Es vereint Fairtrade und Artenschutz“, sagt Stefanie Reska. Und auch Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin ist von der Sache begeistert: „Es ist eine wichtige Aufgabe der Zoos, sich für den Artenschutz einzusetzen. Da haben wir durchaus noch Nachholbedarf und können mit solch einem Projekt auch unser Profil schärfen.“

Im Café Belvedere können Besucher den besonderen Kaffee übrigens nicht nur in verschiedenen Zubereitungsarten trinken, sondern auch Bohnen kaufen. 250 Gramm Orang-Utan-Kaffee gibt es für 6,90 Euro, ein halbes Kilo kostet 13,50 Euro.

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