Wilhelma-Besuche in Stuttgart Alle wollen die Tierbabys sehen

Flamingos im Wartestand Foto: Lichtgut/Julian Rettig Foto:   8 Bilder
Flamingos im Wartestand Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Bei schönstem Wetter zieht es am Sonntag zahlreiche Familien in den zoologisch-botanischen Garten. Für viele ist es der Höhepunkt, den tierischen Nachwuchs zu sehen. Und davon gibt es reichlich.

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Stuttgart - „Schau mal, da sind Babys“ – solche Rufe hört man am Sonntag in der Wilhelma vor einigen Tiergehegen. So auch vor dem Flamingo-Gehege, wo Mama Kerstin mit den beiden Söhnen und Mann Dominik steht und gemeinsam die noch grauen Babys ausfindig macht. „Wir haben uns davor in der Bahn informiert und geschaut, wo es gerade Nachwuchs gibt“, erklärt die junge Mutter, die – wie zahlreiche andere – den Sonntag mit der Familie in der Wilhelma verbringt.

Schon um halb zehn am Morgen sind die ersten Zeitfenster für einen Besuch im zoologisch-botanischen Garten komplett ausgebucht. Obwohl die Sommerferien bisher für keine Besucherrekorde gesorgt haben: „Wir waren seit Beginn der Sommerferien an einem Tag ausgebucht, ansonsten war es zwar ganz gut, aber nicht überwältigend,“ resümiert Florian Pointke von der Wilhelma. Zwar seien die Besucherzahlen höher als im letzten Jahr, aber: „Im August waren es vor Corona im Schnitt ungefähr 7500 Besucherinnen und Besucher. Aktuell liegen wir bei etwa 4500“, sagt Florian Pointke.

Wo ist das Seelöwen-Kind?

Für die junge Familie aus Zazenhausen, die am Flamingo-Gehege verweilt, ist das unverständlich. Schließlich sind die vier als Jahreskartenbesitzer öfter hier: „Die Kinder beobachten gerne die Tiere im Verlauf des Jahres, außerdem gibt es immer wieder was Neues“, so die junge Mutter. Bei so viel Abwechslung stört es die Familie auch nicht, dass sie dieses Jahr nicht mehr in den Urlaub fährt: „Wir waren schon wandern im Kleinwalsertal“, erzählt Papa Dominik. Wegen Mama Kerstins Schwangerschaft stand ein Urlaub im August aber auch nie zur Debatte. Vor allem die Kinder scheint das aber nicht zu stören. Lars und Marius freuen sich einfach nur auf den nächsten Stopp: am Seelöwengehege, wo Seelöwendame Evi im Juni Nachwuchs bekommen hat. Welches der Tiere im Gehege der Nachwuchs ist, lässt sich allerdings auf den ersten Blick gar nicht so leicht erkennen. „Ich glaube, das sind die Babys“, sagt eine Mutter auf die Frage der Tochter, wo denn nun die Kinder sind.

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Dass es eben auch ein bisschen Glück und Kenntnisse der Tiere braucht, um die Babys zu entdecken, zeigt sich auch bei den Yaks. Die in Hochasien verbreitete Rinderart ist mit den Kamelen zusammen in einem Gehege untergebracht. Der Nachwuchs hat es sich zusammen mit den Eltern am Rand des Stalls gemütlich gemacht und ist für das Besucherauge kaum zu erkennen. Aber auf eine Mutter aus Filderstadt ist Verlass: „Das Gefleckte da vorne rechts, das ist das Kalb“, erklärt die Dauerkartenbesitzerin, die schon bei ihrem letzten Besuch die Yaks bestaunt hat und nun mit Tochter und Sohn gekommen ist, um die Babys zu sehen. Für die zwölfjährige Tochter und ihren neunjährigen Bruder ist das Highlight des heutigen Ausflugs aber klar: „die Schneeleoparden“. Allerdings sei beim ersten Rundgang der Familie keine Spur von den Nachwuchs-Raubkatzen zu sehen gewesen. Deshalb möchten sie ihnen später noch einen zweiten Besuch abstatten.

Die kleinen Schneeleoparden sind der Renner

Mehr Glück am Schneeleoparden-Gehege hat eine Großfamilie, die mit acht Kindern und sechs Erwachsenen den Sonntag in der Wilhelma verbringt. Schon von Weitem sieht man sie, wie sie auf einem Stein am Rande des Geheges stehen und aufgeregt hineinzeigen. „Da oben ist das eine Baby, und ein zweites habe ich auch gesehen“, berichtet einer der Jungen stolz und zeigt aufgeregt, wie und wo die Tiere am besten zu entdecken sind. Auch für ihn sind die Schneeleoparden ganz klar der Höhepunkt des Tages. Seine Cousine aus Radolfzell hingegen freut sich über viel Neues. Sie war ja auch seit drei Jahren nicht mehr in der Wilhelma. „Es hat sich viel verändert, das neue Seelöwen-Gehege ist schön geworden. Dass die Eisbären weg sind, finde ich aber schade“, erzählt sie. Mit aufgeregten Schritten nähern sich dann schließlich auch noch Papa Dominik, Mama Kerstin und die Söhne Lars und Marius den Schneeleoparden und freuen sich, dass sie den Ausflug mit einer solchen Besonderheit beenden können.




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