Die Wilhelma trägt nicht nur mit ihrer Terra Australis zum Erhalt gefährdeter Arten vom fünften Kontinent bei. Sie fördert jetzt auch vor Ort die Auswilderung von Numbats.
Der zoologisch-botanische Garten in Stuttgart unterstützt den Zoo im australischen Perth bei der Zucht von Numbats, die auch Ameisenbeutler genannt werden. Die Tierart gilt als stark gefährdetet. Mit ihrer spitzen Schnauze und ihrem gestreiften Fell sind die Beuteltiere unverwechselbar. Sie haben einst weite Teile des südlichen Australiens bewohnt. Doch durch die vom Menschen in Down Under eingeführten Füchse seien Numbats heute fast ausgerottet, wie der Wilhelma-Sprecher Birger Meierjohann erläutert. Nur winzige Restpopulationen seien erhalten geblieben.
Schon vor Jahren habe sich der Perth Zoo zum Ziel gesetzt, den Numbat zu retten, heißt es in einer Mitteilung der Wilhelma. Der Blick auf die Zahlen zeigt: Seit 1992 wurden insgesamt 321 in Perth nachgezüchtete Numbats wieder ausgewildert. Damit sei es gelungen, den Bestand des gestreiften Beuteltiers zu stabilisieren.
Zoo hilft bei der Beschaffung von Termiten als Futter
In der Natur ernähren sich Numbats fast ausschließlich von Termiten, die sie mit ihren kräftigen Krallen ausgraben und mit ihrer langen, klebrigen Zunge aufschlecken. 15000 bis 20000 dieser staatenbildenden Insekten verzehrt ein Numbat den Angaben zufolge jeden Tag. Die Futterbeschaffung sei daher extrem aufwendig und verursache hohe Kosten. Zwar habe der Perth Zoo einen speziellen Brei entwickelt, der von den Tieren gut angenommen werde. „Für eine erfolgreiche Zucht ist aber Lebendfutter in Form von Termiten unverzichtbar“, so Meierjohann.
Mitarbeiter fahren 140 Kilometer durch den Busch
Hinzu komme, dass die für die Auswilderung vorgesehenen Numbats unbedingt an ihre natürliche Nahrung gewöhnt werden müssen. Zwei Mitarbeitende des Perth Zoos fahren deshalb einmal pro Woche bis zu 140 Kilometer durch den Busch: Auf echten Termitenhügeln werden dort mit Holzleisten gefüllte Eimer angebracht. Sobald diese von Termiten besiedelt sind, werden die vollen Behälter gegen neu vorbereitete ausgetauscht. Im Perth Zoo werden die Krabbeltiere dann von den Holzleisten geklopft und als Futter verwendet.
Ohne diesen hohen Aufwand bei der Futterbeschaffung wären Zucht und Auswilderung der Numbats nicht möglich. Die Wilhelma hat daher mit dem Perth Zoo vereinbart, sich ab sofort mit 10000 Euro pro Jahr an den Kosten zu beteiligen. Ermöglicht wird dies durch den Artenschutz-Euro, den die Besucherinnen und Besucher der Wilhelma über den Eintritt freiwillig zahlen.
Hilfe im Outback mit dem Artenschutz-Euro der Besucher
Die Wilhelma investiert pro Jahr über eine Million Euro in rund 40 Artenschutzprojekte in aller Welt. „Davon profitieren auch Tier- und Pflanzenarten, die wir bei uns in der Wilhelma nicht zeigen können. Wir sind sehr stolz darauf, die Kollegen in Perth beim Schutz des Numbats unterstützen zu können“, sagt Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin.