Natur und Tiere im Winter in der Wilhelma erleben: Auf den Spuren von Eichhörnchen Emily. Foto: Iris Frey
Eltern und Kinder aufgepasst. Jetzt gibt es Vorschläge für Tiererlebnisse, Bewegung und Spaß für drei Stunden im Winter in der Wilhelma. Wohin geht es?
Die Wilhelma - Deutschlands einziger zoologisch-botanischer Garten - ist gerade für Kinder ein besonderes Erlebnis, auch im Winter. Einfach je nach Bedarf wie gerade die Temperaturen sind, warm anziehen, Vesper und Getränke nicht vergessen für die Stärkung zwischendurch und los geht es zum erprobten, etwa dreistündigen Rundgang mit Kindern ab dem Grundschulalter zu den beliebtesten Tieren und Bewegungsstationen samt Vorschlägen für Verschnaufpausen. Die Grafik zeigt unseren Vorschlag:
Der Vorschlag für den 3-Stunden-Rundgang. Foto: STN-Grafik/Lange
Die Vögel mit dem schwarzen Frack
Besuch bei den Brillenpinguinen. Foto: Iris Frey
Unsere Entdeckungstour beginnt unweit des Haupteingangs in der Nähe des Wilhelma-Shops bei den Brillenpinguinen. Die Vögel mit ihrem schwarzen Frack ziehen die Kinder in ihren Bann. Auch, weil sie so nah betrachtet werden können, wie sie sich in ihre Höhlen zurückziehen und wieder rauskommen.
Wer Glück hat, sieht Tiere schwimmen und tauchen. Das fasziniert Groß und Klein. Welche anderen Abenteuer und Entdeckungen es gibt, darüber informieren Tafeln mit Bildern gleich gegenüber des Pinguinbereichs.
Weit springen wie die Kängurus
Erst die Tafel lesen, dann selber auf den Trampolinen hüpfen. Foto: Iris Frey
Wo wohnen denn die Kängurus? Nicht nur in Australien, auch in Stuttgart. Hier liegt der fünfte Kontinent jetzt ganz nah. Unweit der Brillenpinguine in der Wilhelma steht eine gelbe Warntafel. Auf der hüpft ein Känguru. Gleich daneben ist auf einer tieferen Tafel noch ein Känguru zu sehen. Sie zeigt: Die Tiere können bis zu neun Meter weit hüpfen. Hui, ist das weit. Ja, und das kann jeder gleich selbst ausprobieren. Denn wenige Meter hinter dem gelben Schild stehen zwei Bodentrampoline bereit. Und das Hüpfen ist nebenbei ein kleines super Aufwärmprogramm. Einfach von einen Hüpfquadrat zum nächsten hüpfen. Da bekommt man Lust auf die Australienwelt.
Rosapelikane haben einen Kindergarten
Die Rosapelikane am Langen See. Foto: Iris Frey
Und da geht es jetzt hin. Aber zuerst noch vorbei an den Rosapelikanen. Die Vögel leben bei der Damaszenerhalle am Langen See. Sie sind dort auch in der Kälte noch draußen. So robust sind sie. Die große rosafarbene Vogelschar mit ihren langen gelben Schnäbeln beeindruckt. Sie ist auch ganz nah zu erleben. Und, ach übrigens, die Jungvögel der Rosapelikane gehen, wie die kleinen Flamingos auch, in einen Kindergarten.
Terra Australis: Ein Koala-Baby im Beutel
Los geht es in die Australienwelt zu den Koalas. Foto: Iris Frey
In wenigen Schritten ist jetzt die Terra Australis erreicht. Jetzt wird es spannend. Denn apropos Kinder und Babys: Koala-Mutter Auburn hat im Sommer letzten Jahres ein Baby bekommen. Das nennt man bei den Koalas Joey. Bislang ist es nur im Beutel herangewachsen und hat es keiner gesehen. Jetzt soll es aber seit kurzem ein wenig zu sehen sein und ab und zu mal ein wenig rausschauen aus dem Beutel der Mama. Also gleich mal nachschauen. Ein Koala sitzt im Baum. Und schläft. Vom Baby und Beutel ist im Moment nichts zu sehen. Das Baumkänguru hat sich heute auch verkrochen. Dafür sind ein paar Schritte weiter die vielen australischen Nachttiere aktiv.
Bei den Elefantendamen Pama und Zella
Elefantendame Pama im Haus. Foto: Iris Frey
Nach der Terra Australis und einer kleinen Kletterrunde am Koala-Spielplatz geht der Rundweg den Berg hoch in den Norden des Zoos zu den Elefanten. Da wird es sportlich beim Anstieg und einem gleich wieder warm. Die beiden Dickhäuter, die betagten Elefantendamen Pama und Zella, sind heute drinnen im warmen Haus. Am Eingang steht eine Tafel. Da wird erklärt, dass die Wilhelma eine ganz neue Elefantenanlage bekommt, wo eine ganze Herde einziehen soll. Wer mithelfen will, kann in einem großen Kreisel im Haus den ein oder anderen Euro als Spende dafür rollen lassen. Der Bau für die Elefanten startet in Kürze. Und draußen? Vor dem Haus stehen auch zwei Elefanten – einer, der täuschend echt aussieht und einer zum Klettern. Auf geht’s zum Klettern auf und in den hölzernen Elefanten. Die kleine Bank lädt zum Vespern und kurz ausruhen, bevor es ins nächste Abenteuer geht.
Die allseits beliebten Langhälse
Ganz schön groß – die Giraffen. Foto: Iris Frey
Gleich unweit der Elefanten machen wir einen Abstecher nach Afrika. Dort warten die größten Landtiere der Welt: die Giraffen. Sie sind bei Kälte auch drinnen im warmen Giraffenhaus. Aber das ist super, denn da können sie ganz aus der Nähe bestaunt werden. Von der Bank aus sehen sie noch riesiger aus, Lindani, Sala und Niyri. Sie sind bis zu 4,50 Meter groß. Da müssen die Futtertröge ja auch ganz hoch hängen, damit sie bequem das Heu fressen können. Neben diesen Netzgiraffen mit ihrem netzartigen Fellfarben wohnen hier auch Waldgiraffen, die Okapis. Vielleicht findet der ein oder andere auch im anderen Gehege hinter Glas den kleinsten aller Wildhunde, der Wüstenfuchs oder auch Fennek genannt, der beim Besuch in aller Ruhe im Sand schläft.
Einmal auf dem Amurtiger reiten
Die großen sibirischen Tiger – erst in echt sehen, dann drauf reiten. Foto: Iris Frey
Schon geht es weiter zum nächsten Highlight: den größten Katzen der Welt, den Amurtigern. Mal schauen, ob die beiden Amurtiger Amazar und Noia zu sehen sind. Sie sind draußen, egal, wie kalt es ist, denn sie können Kälte gut aushalten. Schließlich stammt die Art ursprünglich aus Sibirien. Das jetzt schon mächtig wirkende Männchen Amazar steht mitten in der Anlage hinter einer Zerreiche in der Sonne. In der oberen Anlage liegt das Weibchen Noia auf dem Felsen und sonnt sich ebenfalls. Doch, noch besser, gleich daneben können Kinder auf dem großen hölzernen Amurtiger reiten und wer Lust hat, auf den Kletterturm klettern und pausieren und von dort oben den super Blick genießen, zum Beispiel auf die robusten Kamele, die auch bei Kälte draußen sind. Mit ihrem dicken Winterfell sind sie echte Kälte gewohnt, weil sie ursprünglich aus der Wüste Gobi stammen.
Schafe bürsten und Ziegen besuchen
Auf Du und Du bei Schafen und Ziegen im Asiatischen Schaubauernhof. Foto: Iris Frey
Und noch spannender ist es jetzt, noch ein wenig weiter in den Norden auf Expedition zu gehen, im asiatischen Schaubauernhof. Leider dürfen wegen der afrikanischen Schweinepest die asiatischen Hängebauchschweine nur angeschaut, aber nicht gebürstet werden. Aber ein paar Schritte weiter ist das Tor offen bei den Schafen und Ziegen, die können gebürstet werden. Nur, wenn sie wollen. Heute wollen sie nicht. Das Schaf geht einfach wieder in den Ruhebereich und frisst Heu und knabbert am Tannenbaum. Also geht es weiter zu den engsten Verwandten der Menschen, den Bonobos – ins warme Menschenaffenhaus, wo es auch bequeme Bänke zum Beobachten und Pausieren gibt.
Menschenaffen – Turnen und spielen
Besuch bei den Bonobos im Menschenaffenhaus. Foto: Iris Frey
Hier sind die Affen wie Turner fast ständig in Bewegung. Und was können die alles: sich gut mit den Händen und Armen am Seil sich festhalten und hin und herschwingen, sich drehen und herumfliegen. Die sind ja fast besser als echte Akrobaten. Das ist ganz spannend, zuzuschauen, wie sie sich beschäftigen miteinander und alleine. Und was ist das für ein Gezwitscher? Das sind die vielen Spatzen, die sich hier im Warmen wohlfühlen, frei herumfliegen und um die Wette zwitschern.
Die gestreiften Pferde im Sonnenlicht
Die Zebras sonnen sich. Foto: Iris Frey
Dann geht es wieder an die frische Luft raus. Draußen sind die Gräser weiß voller Reif, aber die Sonne scheint. Und die gestreiften Pferde – die Zebras – sonnen sich. Sie leben ursprünglich in der Savanne in Afrika. Im Mai letzten Jahres gab es hier sogar ein Zebra-Baby. Ein kleiner Hengst. Das ist wichtig, denn die Grevyzebras sind in ihrer Art bedroht. Gegenüber kann man die Somaliwildesel sehen, mit einem tollem Blick auf den Rosensteinpark.
Eichhörnchen Emily in echt
Emily in echt im Mammutbaumwald. Foto: Iris Frey
Bei der letzten Station gilt es, das Eichhörnchen Emily auf der Tafel der Kinderturnwelt anzuschauen. Wo leben denn die Eichhörnchen normalerweise? Im Wald, das zeigt die Tafel an, die sich aufklappen lässt. Auch in der Wilhelma gibt es einen Wald, den Mammutbaumwald, ganz in der Nähe. Nur ein paar Schritte entfernt. Und welch große Überraschung: tatsächlich. Da hüpft auch ein Eichhörnchen herum. Vielleicht ist es ja Emily?
Von hier aus geht es am Ende der Tour bergab. Doch das ist super. Da flitzen die Kinder wie von selbst. Und dann geht es durch den Maurischen Garten zurück Richtung Ausgang. Wer noch Energie hat, kann bei den goldenen Laternen und runden Beeten vor dem Maurischen Landhaus ein kleines Kreis-Singspiel machen – zur Abrundung des spannenden Ausflugs im Zoo.