Mehr als 70 Prozent der Schüler und Lehrer am Wilhelms-Gymnasium sind gegen Diskriminierungen. Das war die Voraussetzung dafür, dass die Degerlocher Schule jüngst die Plakette „Schule ohne Rassismus“ bekommen hat.

Filderzeitung: Sandra Hintermayr (shi)

Degerloch - Mit der Teilnahme am Schulnetzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ möchte das Wilhelms-Gymnasium ein Zeichen setzen gegen Diskriminierung in jeglicher Form. Im vergangenen Schuljahr haben sich die Schüler, allen voran die Abiturienten und SMV-Mitglieder Jan-Philip Ronde und Patrick Heimgartner, Gedanken gemacht, wie sich ihre Schule gegen Rassismus engagieren könnte. Unterstützt wurden die Schüler insbesondere von dem Verbindungslehrer Oliver Weiser. „Ohne euch Schüler könnte dieses Ziel nicht verfolgt werden“, sagte der Schulleiter Peter Hoffmann und sprach damit nicht nur die SMV, sondern die ganze Schülerschaft an.

Schulleiter importierte die Idee

Die Idee brachte der Schulleiter mit, dessen ehemalige Schule sich ebenfalls als „Schule ohne Rassismus“ auszeichnen ließ. „Wir fanden, das passt auch gut in unsere Schule, wir wollen hier ohne Hass zusammen lernen und leben“, sagte Ronde. Am Freitag bekam das Wilhelms-Gymnasium die Plakette überreicht, die die Schule als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ auszeichnet. Für die Auszeichnung musste die Schule mindestens 70 Prozent der Schüler- und Lehrerschaft als Unterstützer finden. Mit Stolz erzählte Ronde, dass über 80 Prozent der Menschen an der Schule ihre Unterschrift für das Projekt gegeben haben.

Als Paten haben sich die Schüler die Stuttgarter Kickers ausgesucht. Stürmer Daniel Engelbrecht und Präsidiumsmitglied Niko Kleinmann gaben sich bei der Übergabe der Plakette die Ehre. Der stellvertretende Bezirksvorsteher Mykola Heinrich sicherte in Vertretung für Brigitte Kunath-Scheffold die Unterstützung seitens des Bezirksbeirats zu. „Das Thema Rassismus begegnet uns fast täglich, ihr als Schüler habt euch jetzt dazu entschieden, euch aktiv gegen Diskriminierung einzusetzen“, sagte Heinrich. Leonie Füeß von der Landeskoordination Baden-Württemberg des Netzwerks brachte eine offizielle Urkunde mit. „Ich wünsche uns allen, dass wir heute nicht nur ein Schild aufhängen, sondern dass wir eine Schule ohne Rassismus, eine Schule mit Courage sind und auch in Zukunft sein werden“, sagte Hoffmann.

Gedanken, wie sie dieser Auszeichnung gerecht werden wollen, haben sich die Schüler auch schon gemacht: „Wir würden gerne mit dem Flüchtlingsheim in Möhringen zusammenarbeiten“, sagte Heimgartner. „Wir möchten beim Aufbau helfen und Projekte und Aktionen mit den Flüchtlingen durchführen.“

Schüler kicken gegen Lehrer

Unter dem Motto „Das WG ist bunt“ feierten die Wilhelms-Gymnasiasten die Aufnahme in das Schulnetzwerk mit einem Fest auf dem Sportplatz. Bunt trifft es ganz gut, denn Schüler aus 40 Nationen besuchen das Gymnasium. Einige von ihnen begrüßten die Zuschauer mit einem Willkommensgruß in ihrer Muttersprache. Die Jazzband der Schule sorgte für die musikalische Umrahmung, danach traten Vertreter der Lehrerschaft gegen eine Schülermannschaft im Fußball an. Schulleiter Hoffmann schoss das Lehrerteam zur 2:0-Führung, trotz schwieriger Bedingungen auf dem Asphaltplatz. „Kunstrasen wäre schöner als Asphalt“, bemerkte Sport- und Erdkundelehrer Hans-Jürgen Rotter, der die Moderation der Veranstaltung übernommen hatte. Die Mannschaften ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Die Schüler drehten das Spiel noch und siegten letztendlich mit 3:2.