Willi Holdorf ist tot Zehnkampf-Olympiasieger nach 80. Geburtstag verstorben

Von red/dpa 

Willi Holdorf holte 1964 als erster Deutscher Olympia-Gold im Zehnkampf. Nicht nur in der Leichtathletik, auch im Fußball und Handball hinterließ er Spuren. Nun ist er gestorben.

Willi Holdorf (r) aus der Bundesrepublik gewinnt bei den XVIII. Olympischen Spielen von Tokio den 400-m-Lauf der Zehnkämpfer in 48,2 Sekunden. Foto: dpa
Willi Holdorf (r) aus der Bundesrepublik gewinnt bei den XVIII. Olympischen Spielen von Tokio den 400-m-Lauf der Zehnkämpfer in 48,2 Sekunden. Foto: dpa

Achterwehr - Der deutsche Sport trauert um Zehnkampf-Olympiasieger Willi Holdorf. Der Goldmedaillengewinner von Tokio 1964 starb am Sonntag im Alter von 80 Jahren nach schwerer Krankheit zuhause in Achterwehr/Schleswig-Holstein. Dies bestätigte seine Ehefrau Sabine Holdorf-Schust am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Als erster Deutscher wurde Holdorf am 19. Oktober 1964 zum Olympiasieger im Zehnkampf. Nach ihm gelang dies nur dem damaligen DDR-Leichtathleten Christian Schenk 1988 in Seoul.

Mit Holdorfs Triumph sind vor allem die Bilder vom abschließenden 1500-Meter-Rennen verbunden: Die letzten Schritte zum Sieg lief er taumelnd in Schlangenlinien. „Mir wurde schwarz vor Augen“, berichtete Holdorf einmal. Am Ende setzte er sich gegen seinen Widersacher Rein Aun aus der Sowjetunion durch. Holdorf war nach neun Disziplinen mit 18 Sekunden Vorsprung ins Rennen gegangen und kam elf Sekunden nach Aun ins Ziel. Am Ende siegte er mit 7887 Punkten.

Karriere beendete er bereits mit 24 Jahren

Die Goldmedaille hängt seit Jahren im Deutschen Sport- und Olympia-Museum in Köln. Nach seinem Coup wurde Holdorf zum Sportler des Jahres gewählt und 2011 in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen. Seine Karriere beendete er bereits mit 24 Jahren, da er Geld verdienen musste, um seine Familie zu ernähren. Als Leichtathletik-Trainer führte er den Stabhochspringer Claus Schiprowski 1968 zu Olympia-Silber. Von 1971 bis 1973 war er Bremser im Zweier- und Anschieber im Viererbob - und holte mit Horst Floth 1973 EM-Bronze.

Weniger Erfolg hatte er als Fußball-Trainer bei Fortuna Köln. In der Rückrunde der Saison 1974/75 konnte er in fünfmonatiger Amtszeit nach 14 Spielen den Bundesliga-Abstieg nicht verhindern. Danach konzentrierte er sich auf seinen Job als Vertreter des Sportartikelherstellers Adidas, den er 2016 aufgab. Als Gesellschafter schrieb er an der Erfolgsgeschichte des Handball-Bundesligisten THW Kiel mit und gehörte dem Aufsichtsrat an.

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