Kleider, Krönchen, Schuhe: Über Kates' Hochzeitsoutfit muss man sich doch einfach unterhalten, meint StZ-Redakteurin Katja Bauer.  

Stuttgart - Ich weiß nicht genau, ob es pietätlos ist, schlecht über die Hochzeitskleider mittlerweile Verstorbener zu sprechen. Aber es muss jetzt mal sein: Erinnern Sie sich noch an dieses unglaublich tussige Ding, das Prinzessin Diana 1981 trug? Die topflappenartig umhäkelte Schleppe! Der Baiser-Schleier! Das Rüschendekolleté! Und diese zwei Meter fünfzig breiten Puffärmel! Voll 80er. Stundenlang haben wir damals diese Wahl erörtert. Wir wussten alles. Auch wenn manche Information im Laufe dieses Julihochzeitstages vielleicht dazu neigte, zu einer klitzekleinen Übertreibung zu werden: dass die Schleppe allermindestens 20 Meter lang war. Dass Diana vor lauter Fönwellenpony und geraffter Seidentüllschleierwolke nichts mehr sah und nur deshalb Ja gesagt hat. Dass das Kleid in nicht weniger als sieben Ausfertigungen im Designertresor hing - falls mal was danebengeht beim royalen Kuchenbuffet.

 

Nichts ist schöner, als sich an so einem königlichen Hochzeitstag - am besten im Pyjama - vor den Fernseher zu setzen und mit unbestechlichem Blick die Festtagsgarderobe zu sezieren, oder? Das gilt natürlich egal für welche Braut - sieht man mal von so bedauernswerten Geschöpfen wie Silvia Sommerlath ab, die bei ihrer Hochzeit mit Karl XVI. Gustav von Schweden einen 100 Jahre alten, gebrauchten Königinnenschleier auftragen musste. Dagegen war Grace Kelly Profi: die ließ sich von der Kostümbildnerin der MGM-Studios einkleiden. Zuletzt sahen wir ausschließlich traumhafte Roben: Máxima trug ein ganz schmales Valentino-Model, Mary einen schulterfreien Damasttraum mit Glockenärmeln, Letizia eine schneeweiße, perlenbestickte Robe mit königlichem Kragen und Mette-Marit ein Feenkleid mit einem Schleier aus 125 Meter Seidenmusselin.

Nun warten alle auf Watie-Katies Wahl. Welcher Designer? Weiß, Off-White oder Champagner? Lange Ärmel wie alle anderen, oder kurze wie Victoria von Schweden? Schleier im Gesicht oder nicht? Fragen über Fragen. Wir werden das beobachten.