Willy Astor in Stetten Veralberte Hits und groteske Blödeleien im Schlossgarten

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Schon wieder stand die große Gartenschau-Bühne im Stettener Schlossgarten für einen Alleinunterhalter bereit. Willy Astor läuft vor 700 Besuchern in Stetten zu großer Form auf.

Da lach´sch dich schlapp: Willy Astor genießt das Bad in der Menge. Foto: Hans-Dieter Wolz
Da lach´sch dich schlapp: Willy Astor genießt das Bad in der Menge. Foto: Hans-Dieter Wolz

Stetten - Schon wieder stand die große Gartenschau-Bühne im Stettener Schlossgarten für einen Alleinunterhalter bereit. Da könnte ja eine Balletttruppe auftreten, grantelte der Kabarettist und Spaßmacher Willy Astor, der aber auch den Abend genoss: unter freiem Himmel bei bestem Wetter mit etwa 700 Besuchern – er hat wohl nicht gemerkt, wie oft er betonte, dass ihm der Auftritt gefiel.

Der Rest amüsierte sich köstlich

Willy Astor hat die große Bühne auch gleich wieder verlassen und ging sehr direkt und sehr nahe aufs Publikum zu, nahm umgehend den Träger eines grellgelben Pullover aufs Korn, verlangte Rechenschaft von Zuspätkommenden und hinterher genauso von Frühgehern. Der Autor und Sänger lustiger Lieder, umgetexteter und damit veralberter Hits und allerlei Blödeleien kommuniziert immer wieder mit den Menschen, die auffallen und fragt sie aus. Diese direkte Art hat ihm das Publikum von Anfang an nicht krumm genommen, außer vielleicht mancher der Angesprochenen. Der Rest amüsierte sich köstlich.

Willy Astor in Aktion. Foto: Hans-Dieter Wolz

Lässt sich die Stimmung mit ständigen Lachsalven noch gut beschreiben, lassen sich die schrägen Wortspiele nicht zitieren. In Schriftform platt wiedergegeben, würden sie wohl eher auf Unverständnis treffen – das ist eine Kunst für die Bühne, fürs Mikrofon, wo bei Willy Astor noch der abstruseste Gedanke in einer Folge von abwegigen Assoziationen zündet, auch dann, wenn er unter die Gürtellinie zielt.

Jedenfalls gab es auch peinlich berührte Gesichter zu sehen

Das kam nicht gerade selten vor. Einige wenige im Publikum schienen nicht so recht mit solchem Humor klarzukommen. Jedenfalls gab es auch peinlich berührte Gesichter zu sehen. Willy Astor, der sich als „Jäger des verlorenen Satzes“ versteht, appelliert dagegen an die Menschen, die ihm zuhören, ab und an auch selbst mal „das innere Kind“ wieder herauszulassen.

Im gefühlt dritten Zugabeblock zeigte der Sänger noch, dass er auch nachdenkliche Liedertexte ohne Spott und Spitzen schreiben kann, und gab noch ein selbst komponiertes Solostück für Gitarre mit Echoeffekten, Flageoletttönen und viel weiterem Wohlklang drein. Auch dafür erntete er großen Beifall.