Windenergie im Bottwartal Jetzt auch Pläne für Windrad in Steinheim
Die Stadt Großbottwar denkt über ein Windrad im Hardtwald (Kreis Ludwigsburg) nach, hat zwei Investoren an der Hand. Für eine zweite Anlage in dem Forst reifen nun ebenfalls Pläne.
Die Stadt Großbottwar denkt über ein Windrad im Hardtwald (Kreis Ludwigsburg) nach, hat zwei Investoren an der Hand. Für eine zweite Anlage in dem Forst reifen nun ebenfalls Pläne.
Die Kommunen im Raum Marbach haben einst von einem gemeinsamen Windpark mit acht Anlagen im Hardtwald geträumt. Den Gewinn wollten sich die Anrainer brüderlich teilen. Der Verband Region Stuttgart (VRS) grätschte allerdings dazwischen und wies ein Vorranggebiet in dem Forst aus, in dem lediglich zwei Anlagen Platz finden. Es ist nun gut möglich, dass genau diese beiden Windräder tatsächlich realisiert werden.
Verbrieft ist schon seit längerer Zeit, dass sich die Stadt Großbottwar auf ihrer Gemarkung eine Anlage wünscht und hinter den Kulissen die Voraussetzungen dafür auslotet. Neu ist jedoch, dass es auch im benachbarten Steinheim erste Überlegungen zu dem zweiten potenziellen Standort im Hardtwald gibt. Die Stadtverwaltung hatte zwar in der Vergangenheit mehrfach betont, aktuell keine Ambitionen in der Richtung zu hegen. Dafür haben die Grünen in Steinheim die Initiative ergriffen.
„Unser Ortsverband ist an diesem Thema dran. Wir suchen Kooperationspartner dafür im Bottwartal“, sagt Rainer Breimaier, Fraktionssprecher der Partei im Gemeinderat. Allerdings stehe man in der Sache erst am Anfang, könne noch nichts Spruchreifes vermelden.
Schon länger am Ball und entsprechend weiter ist man in Großbottwar. „Wir führen aktuell Gespräche mit zwei potenziellen Investoren, die uns bei dem Vorhaben begleiten können“, sagt Bürgermeister Ralf Zimmermann. Mit einem dritten Projektentwickler sei man im Austausch gewesen, das Unternehmen aber abgesprungen. Mit wem man am Ende auch immer gemeinsame Sache machen sollte: Bedingung ist für die Kommune, dass sich die Bürger beim Bau des Windrads beteiligen und vom Betrieb profitieren können. „Alles andere ergibt keinen Sinn. Wir brauchen eine lokale Mitwirkung. Das wissen auch alle, mit denen wir im Austausch stehen“, erklärt Zimmermann.
Der Rathauschef stellt außerdem klar, dass in der ganzen Sache momentan relativ wenig vorwärtsgeht. „Es herrscht auf Investorenseite mehr oder weniger Stillstand, weil unklar ist, wie die Einspeisevergütung für Strom aus Windkraft künftig geregelt wird“, erklärt Zimmermann. Wenn in dem Punkt alle Karten auf dem Tisch liegen und sich ein Engagement für die Investoren weiter rechnen würde, könne man das Thema in den Gemeinderat bringen und eine Entscheidung treffen.
Aus Sicht des Bürgermeisters wäre es bedauerlich, wenn die Pläne letztlich an den finanziellen Rahmenbedingungen und an zu schwachen Förderkulissen scheitern würden. „Die Akzeptanz für Windräder ist aktuell so hoch wie wahrscheinlich noch nie. Und wir brauchen den Strom aus solchen Anlagen gerade hier im Süden, wo viele Industriebetriebe angesiedelt sind, selbst wenn die Ausgangslage bei uns schwieriger als im Norden sein mag“, erklärt Zimmermann.