Die Herrenberger dürfen über einen möglichen Windpark im Spitalwald entscheiden. Vor der Wahl will die Stadt den aktuellen Projektstand präsentieren.
Der Bürgerentscheid zum möglichen Windpark bei Herrenberg rückt näher. Am Sonntag, 13. Juli, dürfen alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger darüber abstimmen, ob die kommunalen Flächen im Spitalwald an einen Windparkbetreiber verpachtet werden sollen.
Die Stadt veranstaltet deshalb am Donnerstag, 3. Juli, um 19 Uhr, einen Infoabend in der Stadthalle. Dort soll der aktuelle Projektstand präsentiert und über den Ablauf des Bürgerentscheids informiert werden, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Der erste Teil des Abends wird durch eine Übersetzung in Gebärdensprache begleitet.
Infomarkt mit Austausch
Von 19 bis circa 20 Uhr stellen Oberbürgermeister Nico Reith (parteilos), die Initiatoren des Bürgerbegehrens sowie Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderats in kurzen Statements ihre Haltung zum Thema Windenergie vor. Während die Initiatoren des Bürgerbegehrens strikt gegen eine Verpachtung sind, rufen der OB und alle Fraktionen im Gemeinderat dazu auf beim Bürgerentscheid mit „Nein“ und damit für eine Verpachtung zu stimmen.
Ab circa 20 Uhr präsentieren Fachbehörden, Organisationen und Interessensgruppen an Infoständen ihre Sichtweisen. Der erste Teil der Veranstaltung wird live auf dem Youtube-Kanal der Stadt Herrenberg (www.youtube.com/@herrenberg1) gestreamt. Weitere Informationen zum Bürgerentscheid stellt die Stadt auf ihrer Internetseite bereit unter www.herrenberg.de/buergerentscheid-windenergie .
Umstrittenes Vorhaben
Die Energiegenossenschaft Prokon plant im Spitalwald auf kommunalen Flächen einen Windpark mit bis zu sieben jeweils 285 Meter hohen Anlagen. In der Stadtgesellschaft ist das Vorhaben umstritten. Gegner fürchten um den Wald als Naherholungsgebiet, Rückzugsort für Tiere und Wasserschutzzone. Allerdings müsste vor dem Bau eines Windrads jeder potenzielle Standort zunächst untersucht werden – beispielsweise wie sich die Anlage auf den Wasserschutz auswirkt.
Befürworter des Parks heben den Beitrag zum Klimaschutz und zur Energieunabhängigkeit hervor. Die Anlagen könnten voraussichtlich 30 000 bis 35 000 Haushalte mit Strom versorgen. Außerdem geht die Stadt davon aus, dass sich die Einnahmen für Herrenberg aus dem Windpark auf bis zu zwei Millionen Euro im Jahr belaufen könnten. Geld, das helfen würde, die klamme Stadtkasse zu stopfen.