Windkraft im Kreis Ludwigsburg Naturschützer sind sich nicht grün

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In der Vorwoche hat sich der stellvertretende Landesvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) für den Bau von Windrädern ausgesprochen. Jetzt warnt ein anderer Naturschützer vor ihnen. Er ist ebenfalls ein Funktionär des BUND.

Ob Schaden und Nutzen von Windrädern streiten sich derzeit die Naturschützer im Landkreis Ludwigsburg. Foto: dpa/Symbolbild
Ob Schaden und Nutzen von Windrädern streiten sich derzeit die Naturschützer im Landkreis Ludwigsburg. Foto: dpa/Symbolbild

Kreis Ludwigsburg - Sie haben alle das gleiche Ziel: Sie wollen die Natur schützen. Aber wie das vonstatten gehen soll, darüber herrschen unterschiedliche Meinungen innerhalb des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) – zumindest, was das Thema Windkraft betrifft. Während die einen Windräder als die Energielieferanten der Zukunft schlechthin sehen, beklagen andere die Zerstörung der Landschaft durch die Rotoren.

Ein Verband zwei Meinungen über Windräder

Ein exemplarisches Beispiel für die unterschiedlichen Haltungen der Naturschützer ist die Reaktion von Conrad Fink, Vorsitzender des BUND-Stadtverbandes Freiberg/Neckar, auf ein Interview mit dem stellvertretenden BUND-Landesvorsitzenden Stefan Flaig , das jüngst in unserer Zeitung erschienen ist. Flaig hatte sich klar für die Windkraft ausgesprochen. Er glaubt, dass Windräder auch im Einklang mit Natur- und Artenschutz errichtet werden können und dass die angebliche Verschandelung der Landschaft durch Rotor-anlagen reine Geschmackssache sei. Er nämlich finde Windräder toll, weil sie ein Zeichen für die Energiewende seien.

Diese Ansicht teilt Conrad Fink keineswegs. Den Verlust von Natur- und Kulturlandschaften durch die „Verspargelung mit Windmühlen“ könne man nicht als Geschmackssache abtun, schreibt er als Antwort auf das Interview. „Mit der einseitigen Förderung von Windkraftanlagen im Binnenland haben sich die Umweltverbände in Baden-Württemberg diametral zum geltenden Verständnis des Naturschutzes aufgestellt“, so Fink. Schließlich seien laut den Grundsätzen des Naturschutzes und der Landschaftspflege die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft zu schützen. Dazu gehöre es auch, „historisch gewachsene Kulturlandschaften vor Verunstaltung, Zersiedelung und sonstigen Beeinträchtigungen zu bewahren“.

Die Rotoren sorgen immer wieder für Kontroversen

Zudem sei es ein Ziel, unbebaute Bereiche wegen ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt und die Erholung zu erhalten, betont Fink. Im Übrigen solle sich die Bebauung Natur und Landschaft anpassen. Für Conrad Fink ist aber klar, dass Windräder, die in Schutzgebieten jeglicher Art gebaut werden und „unser Natur- und Kulturerbe verhunzen oder Großvögel und Fledertiere raspeln“ nicht umweltfreundlich seien. „Der Begriff Ökostrom ist in diesem Zusammenhang hochgradig schönfärberisch“, so Fink. Er fordert die Stromverbraucher auf, sich nicht durch das „Greenwashing“ blenden zu lassen und kritisch zu hinterfragen, welche Schäden die Anlagen im jeweiligen Fall anrichteten.

Stefan Flaig sieht die Kritik gelassen. Über die Windkraft werde immer wieder kontrovers diskutiert, auch innerhalb des BUND. „Aber wir halten es aus, dass es unterschiedliche Meinungen dazu gibt“, betont Flaig. Schließlich sei der BUND basisdemokratisch organisiert. Dennoch gebe es eine Position des Landesverbandes, die mehrheitlich beschlossen worden sei. Demnach befürwortet der Naturschutzbund neue Windräder– sofern sie naturschutzrechtlich vertreten werden können.




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