Windkraft im Rems-Murr-Kreis Am Ende entscheidet die Wirtschaftlichkeit

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Das Windprojekt „GP 03“ südlich von Oberberken ist eines der am weitesten gediehenen Vorhaben im Kreis. Bald wird sich zeigen, ob sich die Rotoren dort je drehen werden.

An mehreren Stellen im Kreis werden Windstärken gemessen. Foto: dpa-Zentralbild
An mehreren Stellen im Kreis werden Windstärken gemessen. Foto: dpa-Zentralbild

Schorndorf - Das Jahr 2015 könnte zu einem Schlüsseljahr in Sachen Windkraft im Rems-Murr-Kreis werden, sagt der Schorndorfer Stadtwerkechef Andreas Seufer. Das gilt vor allem für jenes Projekt an der südlichen Kreisgrenze, das am weitesten fortgeschritten ist: Ein möglicher Windpark auf dem Areal eines früheren Bundeswehrdepots an der Landesstraße südlich von Oberberken in Richtung Wangen und Uhingen (Kreis Göppingen), welches im Regionalplan die Bezeichnung „GP 03“ trägt. Seit Februar 2013 wird dort der Wind gemessen, am 16. April übergab der Umweltminister Alexander Bonde auf dem Areal offiziell den Pachtvertrag an das Konsortium aus den Stadtwerken Schorndorf, Fellbach und Tübingen sowie der Energieversorgung Filstal (EVF) aus Göppingen. Der als außenwirksame Auftaktveranstaltung geplante Event hatte indes ein ganz anderes Publikum als erwartet.

Ruhe ist auf dem Areal bei Oberberken eingekehrt

Rund 100 Demonstranten waren aus den umliegenden Dörfer, teils auch aus einem weiten Umkreis angereist. Als der Umweltminister ankam, wurde er mit einem Pfeifkonzert begrüßt. Auch der Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer vermochte nur mithilfe einer Lautsprecheranlage optimistische Aufbruchsätze in Sachen Windkraft zu verkünden. Und der aus Tübingen angereiste Oberbürgermeister Boris Palmer sah sich wütenden Windkraftgegnern gegenüber.

Es ist indes ruhig geworden um das Areal, denn die Messung der Luftbewegungen ist ein geräuschloser Vorgang. Auf dem Gelände steht eine kühlschrankgroße Apparatur namens Lidar, deren Messvorgänge unsichtbar vor sich gehen. Je Sekunde schickt das 200 000 Euro teure Gerät mehrere tausend Laserstrahlen in den Himmel, wo sie von Luftteilchen reflektiert und danach erfasst werden. „Durch das Lidar-Messgerät kann man sich ein gutes Bild machen über die Windverhältnisse in bis zu 200 Metern Höhe über dem Gelände“, sagt Robert Bajic, der für die Stadtwerke Tübingen das Projekt betreut. Im Februar oder März seien die Messungen abgeschlossen, erklärt Timo Schlotz, der als Infrastrukturtechniker das Projekt seitens der Stadtwerke Schorndorf betreut. Möglich sei allerdings, dass der Gutachter empfehle, noch einige Monate länger zu messen, damit man aussagekräftige Daten habe.




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