Die eine will mehr Windkraftanlagen als vorgesehen, die andere nicht umzingelt werden: Zwei Kommunen bringen sich beim Regionalverband in Stuttgart in Position.

Leonberg: Stefanie Köhler (koe)

Am 1. August ist Einsendeschluss: Bis dahin können Kommunen beim Verband Region Stuttgart (VRS) noch Stellungnahmen zu den Vorranggebieten für Windkraftanlagen abgeben. Korntal-Münchingen tut dies, denn „wir haben Ideen eingebracht, die nicht so gewürdigt wurden, wie wir uns das gewünscht haben“, sagte der Technische Beigeordnete Kai Langenecker im Ausschuss.

 

Zwar sei es erfreulich, dass das als ehemals LB-08 bezeichnete Gebiet abgesichert wurde, indem die Fläche in das Vorranggebiet LB-15 aufgenommen und dieses auf 26,60 Hektar erweitert wurde: Um das Gewann Ried/See zwischen Schwieberdingen und Münchingen lässt der Autozulieferer Bosch zwei Windräder errichten. Eine dritte Anlage ist als Bürgerwindrad vorgesehen.

Konkrete Pläne in Hemmingen

Erneut nicht berücksichtigt im Entwurf des Regionalplans ist jedoch der Vorschlag der Stadt, Flächen im Westen der Gemarkung Münchingen, nahe des Hofguts Mauer, aufzunehmen – weil Mindestabstände zu Bebauungen nicht eingehalten würden, wie es aus Stuttgart heißt. „Das betrifft aber nicht alle Teile“, sagte der für die Stadtentwicklung zuständige Stefan Wolf. Und auch, der VRS sehe Abstände enger als der Bund. Aus Wolfs Sicht sollte man nicht „mit pauschalen Radien agieren“, sondern vor Ort die jeweiligen Gegebenheiten anschauen. „Wir hoffen, dass wir die Türen für noch mehr Windenergie geöffnet bekommen“, sagte Stefan Wolf mit Blick auf die Stellungnahme.

Kritik an der von der Verwaltung geforderten Aufnahme zusätzlicher Flächen kam von Annalena Beiermeister (CDU) – sie hat dort Grundstücke. Rückendeckung gab ihr nur ihr Fraktionskollege Joachim Winter. Aus seiner Sicht besteht die Gefahr, dass die Gemeinde Hemmingen von Windrädern umzingelt werden könnte. „Wir sind mit Hemmingen in Konkurrenz zum Gebiet LB-07.“

Diese Fläche ist im westlichen Teil Hemmingens ausgewiesen. Sie umfasst Teile des Hemminger und Eberdinger Walds plus angrenzende landwirtschaftlich genutzte Grundstücke. 17 Hektar dieser ausgewiesenen Fläche gehören der Stadt Markgröningen – es ist ein Teil des Hospitalwalds. Die zwei Kommunen planen nun gemeinsam drei Windräder. An ihrer Seite ist der Projektentwickler für erneuerbare Energien, Uhl Windkraft. Das Unternehmen aus Ellwangen wird auch den Windpark mit vier Windrädern nördlich von Hemmingen betreiben, im Vorranggebiet LB-08 (Hemmingen, Eberdingen, Schwieberdingen und Markgröningen).

Wird Hemmingen umzingelt sein?

Beiden Gebieten hatte der Hemminger Gemeinderat schon vor anderthalb Jahren zugestimmt. Auf eine erneute Stellungnahme wollte die Gemeindeverwaltung daher verzichten. Allerdings schickt sie nun doch ein Schreiben nach Stuttgart. Ute Freitag (CDU) bat darum, auch Vorranggebiete in anderen Kommunen zu bewerten – wie diese das ebenfalls täten. Konkret geht es ihr um das Gebiet LB-04 südlich auf der Gemarkung Ditzingen. „Wenn alle Windräder kommen, sind wir dann nicht vielleicht umzingelt?“ Darauf möge man beim Verband Region Stuttgart bitte hinweisen.