Windkraftstandort bei Winterbach Landratsamt genehmigt Windräder

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Auf dem Goldboden auf der Schurwaldhöhe oberhalb von Winterbach dürfen nun drei der umstrittenen Anlagen gebaut werden. Die Gegner kündigen an, dagegen klagen zu wollen.

In einem Waldstück, ähnlich der hier abgebildeten Rotoren, soll der Windpark am Goldboden entstehen. Foto: dpa
In einem Waldstück, ähnlich der hier abgebildeten Rotoren, soll der Windpark am Goldboden entstehen. Foto: dpa

Winterbach - Für drei Windkraftanlagen auf dem Goldboden oberhalb von Winterbach hat das Waiblinger Landratsamt sein Einvernehmen erteilt. Dort dürfen jetzt Anlagen des Typs Nordex 131 gebaut werden, die inklusive der Rotoren jeweils eine Gesamthöhe von 261 Metern haben, heißt es in einer Mitteilung.

Man sei nach der Prüfung zu der Ansicht gelangt, dass der Antragsteller einen „gesetzlichen Anspruch auf Erteilung der Genehmigung“ habe, heißt es weiter in dem Schreiben des Kreishauses. Von dem Bau seien keine militärischen oder zivilen Belange der Flugsicherung betroffen. Zwar stellten die drei Windräder „einen erheblichen Eingriff in Natur und Landschaft“ dar, die Abwägung der Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege gegenüber den Klimaschutzzielen habe jedoch ergeben, dass man zugunsten der drei Windräder entschieden habe. Man habe dem Antragsteller wegen des Eingriffs in das Landschaftsbild eine Ersatzzahlung auferlegt, so das Landratsamt.

EnBW: „Mehr Klimaschutz“

Vonseiten des EnBW-Konzerns, der die Anlagen errichten möchte, wird die Genehmigung begrüßt. Damit werde bestätigt, „dass der Windpark im Einklang mit den Belangen von Umwelt und Naturschutz steht“, wird ein Konzernvertreter zitiert. Man komme mit dessen Bau „den erklärten Zielen in Richtung des Ausbaus der erneuerbaren Energien und zu mehr Klimaschutz näher“, so die EnBW.

„Es war damit zu rechnen“, kommentiert Bertram Feuerbacher von der windkraftkritischen Bürgerinitiative Pro Schurwald dagegen die Entscheidung. „Wir haben nicht daran geglaubt, dass man im Landratsamt das Rückgrat hat, sich gegen die grün-schwarze Symbolpolitik zu wehren“, meint Feuerbacher. Die Begründung, die Windenergie sei ein Vorteil für den ­Klimaschutz, sei falsch. Denn durch die CO2-Zertifikate ergebe sich, dass dann ­anderswo mehr klimaschädliches Gas entstehe. „Letztendlich holzen wir den Wald im Naherholungsgebiet ab, ohne etwas ­damit zu erreichen.“

Die EnBW möchte nach eigenen Angaben jetzt „zügig“ mit dem Bau der Anlagen beginnen. Als vorbereitende Maßnahme werde noch in diesem Jahr der Wald an den drei Standorten gerodet. Mit dem eigentlichen Bau wolle man Anfang des kommenden Jahres starten.

Zunächst würden Wege und Aufstellflächen für Kräne angelegt und dann die Fundamente und die Anschlusskabel für die Anlagen verlegt. Geplant sei ein fünf Kilometer langes 30 000-Volt-Erdkabel bis zum Anknüpfungspunkt in Winterbach. Anschließend würden die Teile für die Anlagen angeliefert, die Türme errichtet und die Rotoren montiert. Man rechne mit einer Inbetriebnahme im September des kommenden Jahres, heißt es in der Mitteilung des Energiekonzerns.

Bürgerinititative kündigt Klage an

Die EnBW betont zudem, sie habe frühzeitig Kommunalvertretern und Bürgern das Vorhaben erläutert. Dem widerspricht Bertram Feuerbacher. Aufgrund des vereinfachten Verfahrens sei die Öffentlichkeit „nur sehr wenig unterrichtet“ worden, sagt er. „Die EnBW hat versucht, den Ball so flach wie möglich zu halten“, sagt der Windkraftgegner, der eine Reaktion der Initiative ankündigt. „Wir werden die Genehmigung in den nächsten zwei Wochen prüfen und Klage dagegen einreichen“, erklärt Feuerbacher im Namen der Bürgerinitiative, in welcher seinen Angaben zufolge 500 Mitglieder organisiert sind. Mit entsprechenden Anwälten sei man bereits in Kontakt. Nach Weihnachten wolle man Genaueres bekannt geben.

Wie berichtet, war vor gut einem Monat eine Eingabe der Windkraftgegner gegen die drei Windräder vom Petitionsausschuss des Landtages zurückgewiesen worden. Der Landtag, der noch in diesem Monat über das Projekt abstimmen soll, werde sich voraussichtlich dieser Empfehlung anschließen, hieß es damals.




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