Der geplante interkommunale Windpark im Wald (Vorrangfläche BB-14) zwischen Böblingen, Holzgerlingen und Ehningen ist einen Schritt weiter. Die Vertragsverhandlungen mit Sowitec sowie den Stadtwerken Böblingen und Stuttgart sollen beginnen. Dafür haben sich die Gemeinderäte in Holzgerlingen sowie in Ehningen am Dienstagabend entschieden. Am Mittwochabend muss Böblingen zustimmen oder ablehnen.
Mit einem Appell richtete sich der Ehninger Bürgermeister Lukas Rosengrün am Dienstagabend bei der Gemeinderatssitzung an die Räte. Er betonte, dass der heutige Beschluss zur Auswahl eines Projektentwicklers für den geplanten interkommunalen Windpark keine Entscheidung für den Bau eines Windparks sei, sondern eine Formalität und zugleich ein notwendiger Schritt, um offene Punkte sachlich klären zu können. „Es ist kein Geheimnis, dass das Thema Windkraft polarisiert“, sagte Rosengrün. Die Kritiker würden alle Register ziehen, um das Projekt zu verhindern. „Wir erleben gerade, das Fakten verdreht und längst widerlegte Mythen verbreitet werden“, fügte er hinzu. Die Aufgabe der Gemeinde sei es, einen respektvollen Dialog mit allen Bürgerinnen und Bürgern zu führen. Das scheitere allerdings daran, wenn sich beide Seiten nicht auf eine Faktenlage verständigen könnten.
Das Thema Windkraft spaltet den Gemeinderat
Trotz eindringlicher Worte ging die Abstimmung im Anschluss denkbar knapp aus. Mit zehn Ja-Stimmen (Grüne, Teile der SPD und Teile der Freien Wähler ) und neun Gegenstimmen aus den Reihen der CDU, Freien Wähler und der SPD hat der Ehninger Gemeinderat zugestimmt, die Firma Sowitec in Kooperation mit den Stadtwerken Böblingen und den Stadtwerken Stuttgart als Projektentwickler eines Windparks auf dem Windvorranggebiet BB-14 zu beauftragen. Die Kritik richtet sich dabei grundsätzlich gegen das Projekt – weniger gegen die in Frage kommenden Projektierer.
Die sogenannte Vergabegruppe, die mit Vertretern aus allen drei Gemeinderäten besetzt ist, hatte aus den einst sieben Bietern die Firma Sowitec in Kooperation mit den Stadtwerken Böblingen und den Stadtwerken Stuttgart ausgewählt.
Die drei Unternehmen Sowitec, Stadtwerke Böblingen (SWBB) und Stadtwerke Stuttgart (SWS) sehen die Gründung einer Projektgesellschaft vor, an der sie jeweils gleichermaßen beteiligt sind. Vorgesehen ist, dass die Sowitec group GmbH mit Sitz in Sonnenbühl hierbei die Projektentwicklung übernimmt. Die Stadtwerke Böblingen und Stuttgart möchten sich mit ihren Anteilen an dem künftigen Betrieb des Windparks beteiligen.