ExklusivWinfried Hermann Verkehrsminister tritt bei Landtagswahl im Filderwahlkreis an

Verkehrspolitik ist sein Thema und ein Dauerbrenner im Filderwahlkreis: Winfried Hermann kandidiert dort 2016 für den Landtag. Foto: Horst Rudel
Verkehrspolitik ist sein Thema und ein Dauerbrenner im Filderwahlkreis: Winfried Hermann kandidiert dort 2016 für den Landtag. Foto: Horst Rudel

Winfried Hermann will bei der Landtagswahl 2016 im Stuttgarter Filderwahlkreis das Direktmandat für die Grünen gewinnen. Der amtierende Abgeordnete verzichtet – aus einem überraschenden Grund.

Landespolitik: Renate Allgöwer (ral)
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Stuttgart - Der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann will bei der Landtagswahl 2016 im Filderwahlkreis antreten. Der bisherige Grünen-Abgeordnete Nikolaus Tschenk verzichtet zugunsten seines Parteifreunds Hermann auf eine erneute Kandidatur. Diese Entscheidung ist nach Informationen der Stuttgarter Zeitung jetzt auf Wahlkreisebene gefallen.

Hermann beruft sich auf die Sprecher der Ortsvereine. „Sie sagen, der Wahlkreis mit seinen vielen Verkehrsthemen ist ist wie geschaffen für den Verkehrsminister“. Er selbst habe dem Kreisverband Stuttgart signalisiert, dass er sich für eine Kandidatur interessiere, sich aber auch in anderen Wahlkreisen umgesehen, sagte Hermann der Stuttgarter Zeitung. Ausgeschlossen habe er, gegen amtierende Abgeordnete oder Minister anzutreten.

„Nachdem Nikolaus Tschenk gesagt hat, er zieht zu meinen Gunsten zurück, und die Ortsverbände einmütig sagten, das ist eine gute Lösung, habe ich entschieden, es in Stuttgart zu versuchen“, erklärte Hermann. Die Grünen auf den Fildern wollen das Direktmandat verteidigen, das 2011 Werner Wölfle gewonnen hat. Dazu brauche man einen starken Kandidaten wie Winfried Hermann.

Direktmandat ist das Ziel

Diese Signale hat auch der amtierende Abgeordnete Nikolaus Tschenk empfangen, der in den Landtag nachrückte, nachdem Wölfe Beigeordneter in der Stadt Stuttgart wurde. Tschenk betont gegenüber der StZ sein „hervorragendes Verhältnis zu Winne Hermann“ mit dem er im Verkehrsausschuss sehr gut zusammenarbeite. Wie seine Parteifreunde traut auch er selbst dem Verkehrsminister eher als sich selbst zu, das Direktmandat zu gewinnen.

„Winfried Hermann ist ein ganz anderer Wahlkämpfer als ich. Er ist als Frontrunner viel besser“. Außerdem sei Hermann „nach dem Ministerpräsidenten wohl der bekannteste Grüne. Da wäre es fast fahrlässig, ihm keinen Wahlkreis zu geben“. Man habe sich einvernehmlich geeinigt, sagte Tschenk. Da er Hermann sehr schätze, sei ihm der Verzicht nicht allzu schwer gefallen. Bei einem anderen Interessenten hätte er wahrscheinlich nicht verzichtet, sagte Tschenk. Dem Vernehmen nach hatte auch die Grünen-Landesvorsitzende Thekla Walker Interesse gezeigt, über den Filderwahlkreis in den Landtag einzuziehen.

Hermann rechnet sich in den Stuttgarter Wahlkreisen realistische Chancen für die Grünen aus. Mit Muhterem Aras und Brigitte Lösch, die bereits 2011 die Direktmandate gewonnen haben sowie dem Umweltminister Franz Untersteller und ihm selbst stellten die Grünen „sicherlich ein starkes Team“, findet der Minister.

Zurück zu den Anfängen

Hermann kehrt mit der Kandidatur zu seinen Anfängen als professioneller Politiker zurück. 1984 war der gebürtige Rottenburger just für den Filderwahlkreis in den Stuttgarter Landtag eingezogen. Das Direktmandat hatte damals Gerhard Mayer-Vorfelder geholt, erinnert sich Hermann. 1988 rotierte der Gymnasiallehrer aus dem Landesparlament heraus und arbeitete an der Stuttgarter Volkshochschule, ehe er 1998 in den Bundestag einzog. 2011 gab er sein Bundestagsmandat auf und kam als Verkehrsminister in das Kabinett Kretschmann.

Trotz teilweise heftiger Anfeindungen sei es für ihn „schon länger klar gewesen, dass ich weiter machen möchte“, sagte Hermann, der sich als Parteilinker der Unterstützung in bestimmten Grünenkreisen gewiss ist. „Viele sagen, der Winne Hermann ist wirklich noch ein Grüner geblieben, der ist wichtig“. Ihm sei klar gewesen, „ich muss mein Pfund in den Wahlkampf einbringen. Man muss das mit einer Landtagskandidatur machen und kann nicht sagen, mal sehen, vielleicht werde ich wieder Minister.“ Hermann ist schon in Position: „Ich kämpfe dafür, dass wir als Regierungspartei wiedergewählt werden.“

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