Hartmut Holzwarth verteidigt seinen Platz auf dem Chefsessel des Rathauses – sein Herausforderer Hans-Martin Fischer erreicht dennoch ein ansehnliches Ergebnis.
Der neue Oberbürgermeister von Winnenden ist der alte: Hartmut Holzwarth ist bei der OB-Wahl am Sonntag wiedergewählt worden. Er konnte sich mit 67,4 Prozent der Stimmen gegen seinen Herausforderer Hans-Martin Fischer durchsetzen. Diesem gelang allerdings mit 31,4 Prozent – also rund einem Drittel der Stimmen aus dem Stand – durchaus ein beachtliches Wahlergebnis.
Der Wahlkampf war unerwartet spannend. Holzwarth, 56 Jahre alt und seit 2010 im Amt, setzte vor allem auf Erfahrung und Kontinuität. Er verwies auf erfolgreiche Krisenbewältigung und solide Finanzen, warb für „Klimaschutz mit Augenmaß“ und einen starken Wirtschaftsstandort – sein Motto im Wahlkampf: „Mach acht weiter“.
Sein Herausforderer Hans-Martin Fischer (60), Stadtrat der Bürgerstimme Winnenden, hatte seinen Hut kurz vor Ende der Bewerbungsfrist in den Ring geworfen. Er strebte einen generellen Kurswechsel an, kritisierte die Haushaltslage und forderte „raus aus der Schuldenspirale“. Fischer lehnt Windindustrieanlagen und Flüchtlingscontainer ab und versprach mehr Bürgerbeteiligung.
Die diesjährige Wahl unterscheidet sich von Holzwarths erstem Sieg im Jahr 2010. Damals gewann er mit überragenden 72,9 Prozent der Stimmen gegen zwei Konkurrenten, 49,2 Prozent der Wahlberechtigten gaben damals ihre Stimme ab. Nach einer unangefochtenen Wiederwahl und einer niedrigeren Wahlbeteiligung dazwischen, sorgte der Wettbewerb in diesem Jahr für einen deutlich lebendigeren Wahlkampf – und mit 38,5 Prozent gaben auch wieder mehr Winnender ihre Stimme ab.