Winter im Kreis Göppingen Hunderte Tonnen Streusalz verbraucht

viel zu tun hatten die Räum- und Streudienste in diesem Winter: Falls es erneut schneit, gibt es noch genug Salzvorräte. Foto: Giacinto Carlucci

Teilweise sind Speditionen mit dem Liefern von Salz nicht mehr nachgekommen: die Räum- und Streudienste in Kreis Göppingen haben in diesem Winter schon viel zu tun gehabt.

Noch ist der Winter nicht vorbei, doch es hat schon länger nicht mehr geschneit und frühestens am Sonntag könnten wieder ein paar Flocken vom Himmel fallen. Die bisherigen Schneefälle haben die Vorräte an Streugut in den Kommunen zwar deutlich reduziert, doch auch ein erneuter Wintereinbruch sollte keine größeren Probleme bereiten: „Seit Anfang Dezember 2025 bis heute sind rund 200 Tonnen Streusalz für den Winterdienst in Göppingen und den Teilorten ausgebracht worden. Falls ein weiterer Kälteeinbruch kommt, sind noch etwa 600 Tonnen Streusalz in unserem Lager vorhanden“, berichtet etwa Claudia Leihenseder, Sprecherin der Stadt.

 

„Unterstützt werden wir von auswärtigen Firmen.“

Claudia Leihenseder, Sprecherin der Stadt

Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Winter liege Göppingen beim Verbrauch der Streusalzmenge im mittleren Bereich. Weil Salz nicht gerade umweltfreundlich ist, wird parallel auch auf Alternativen gesetzt: „Auf unseren Gehwegen und Fußgängerüberwegen, Verbindungswegen oder bei Wegen entlang öffentlicher Liegenschaften verwenden wir kein Salz, sondern Splitt. Stand heute haben wir in diesem Winter bislang rund 200 Tonnen Splitt ausgebracht“, sagt Leihenseder.

70 Mitarbeiter sind am Start, dazu 4 Großfahrzeuge und 17 Kleinschlepper

Zuständig für den Winterdienst in Göppingen ist der Betriebshof, bei einem Volleinsatz seien 70 Mitarbeiter am Start und es stünden vier Großfahrzeuge und 17 Kleinschlepper – überwiegend für die Gehwegreinigung – zur Verfügung. „Unterstützt werden wir von vier auswärtigen Firmen mit fünf Fahrzeugen, davon vier Großfahrzeuge und ein Kleinschlepper. Auch im Handräumbereich werden wir von zwei Trupps mit je zwei Mitarbeitern von einer auswärtigen Firma unterstützt“, erklärt die Rathaussprecherin. Normalerweise werden die Göppinger Salzvorräte im Sommer aufgefüllt. Doch es gibt Ausnahmen, sagt Leihenseder: „Bei extremen und lang anhaltenden Winterlagen müssen wir auch während einer Saison Salz nachkaufen. In diesem Jahr wird dies voraussichtlich nicht der Fall sein.“ Im Sommer 2025 musste die Stadt übrigens kein Salz nachkaufen, da der Winter so mild war und die Restbestände ausgereicht hatten. Einen Stadtbezirk gibt es, der laut Leihenseder beim Winterdienst besonders heraussticht – welcher das ist, ist nicht schwer zu erraten: „Durch die topografische Lage sind in Hohenstaufen etwa ein Drittel mehr Einsätze zu verzeichnen als im restlichen Einsatzgebiet der Stadt Göppingen.“

Eislingen setzt kaum auf Splitt

Nicht ganz so hoch hinaus geht es auf der Gemarkung von Eislingen, dennoch ist die von Ende November bis Mitte Januar verbrauchte Salzmenge im Vergleich zur Stadt Göppingen beachtlich: Der Betriebshof hat laut der stellvertretenden Pressesprecherin Heike Rapp rund 175 Tonnen Streusalz eingesetzt, das entspricht der Hälfte der eingelagerten Menge. Dafür setzt Eislingen kaum auf Splitt: Lediglich 20 Tonnen wurden im Stadtgebiet ausgebracht. Die wurden für Gehwege, Treppenanlagen und Zugänge zu Kitas, Schulen und öffentlichen Gebäuden verwendet. Im Gegensatz zu Göppingen beauftragt Eislingen keine Fremdfirmen, alles wird vom Bauhof erledigt: „Der Winterdienst in Eislingen wird für den kommunalen Bereich ausschließlich durch Mitarbeitende des Betriebshofs abgearbeitet.“ Insgesamt sind laut Rapp 34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sieben Fahrzeuge unterwegs.

Uhingen hat Verträge mit Salzlieferanten

„Verhältnismäßig hoch“ sei bislang der Verbrauch an Streusalz in Uhingen gemessen am Vorjahresverbrauch gewesen, berichtet Rathaussprecher Ilja Siegemund. „Von den etwa 100 Tonnen Salz, die beim Bauhof im Silo zu Beginn des Winters eingelagert waren, wurden bis dato 95 Tonnen verbraucht. In einzelnen Nächten waren es bis zu fünf Tonnen.“ Auch der Vorrat von etwa 50 Tonnen losem Salz, der für den Streudienst im Bereich öffentlicher Liegenschaften zu Beginn der Saison eingelagert war, sei auf 20 Tonnen geschrumpft. Dennoch sei die Stadt auf einen neuerlichen Wintereinbruch vorbereitet, sagt Siegemund: „Die Stadt Uhingen hat Verträge mit Salzlieferanten dahingehend geschlossen, dass während der Wintersaison ein gewisses Salzkontingent aus deren Lagern von der Stadt kurzfristig abgerufen werden kann, um die Vorräte vor Ort wieder aufzufüllen.“ Problematisch sei nur gewesen, dass die Speditionen nicht hinterhergekommen sind, das Salz zu liefern. „Aber nun, begünstigt durch die Witterung, füllen wir die Salzvorräte wieder auf.“

In Uhingen sind im Einsatzfall 15 Mitarbeiter des Bauhofs in drei Räumfahrzeugen und zu Fuß im Einsatz, unterstützt werden sie von den fünf städtischen Hausmeistern. Zudem werden in zwei Gebieten externe Lohnunternehmen beauftragt, die mit weiteren zwei Fahrzeugen unterwegs sind.

Streusalz für Privatleute verboten

Gefahren
Der private Einsatz von Streusalz ist in den vielen Gemeinden mittlerweile verboten. Aus gutem Grund: „Streusalz verätzt Wurzeln und verschlechtert den Nährstoffgehalt im Boden. Das Salz reichert sich im Boden an und stört dann auch das ganze Jahr über die Wasseraufnahme von Bäumen“, erklärt Christian Hönig vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Auch für Tierpfoten kann Streusalz zum Problem werden.

Alternativen
Zum Salz, das die Eisfläche auf Straßen und Gehwegen antaut, gibt es aber auch sogenannte stumpfe Streumittel als Alternativen. Dazu gehören etwa Sand, Kies, Asche, Holzspäne oder Granulat

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Winterdienst Uhingen Eislingen