Wintereinbruch in Frankreich Ein Toter und mehr als 300.000 Haushalte ohne Strom

Von red/AFP 

Ein Wintereinbruch hat in mehreren Regionen im Südosten Frankreichs zu Chaos geführt. Strom, Telefon und Internet waren zeitweise für Tausende Menschen unterbrochen, ein Mann wurde von einem Baum erschlagen.

Eine Auffahrt zur Autobahn A7 – für Schwerfahrzeuge wurde sie gesperrt.  Foto: www.imago-images.de 8 Bilder
Eine Auffahrt zur Autobahn A7 – für Schwerfahrzeuge wurde sie gesperrt. Foto: www.imago-images.de

Stuttgart - Ein Toter und mehr als 300.000 Haushalte ohne Strom: Starke Schneefälle haben den Menschen im Südosten Frankreichs zu schaffen gemacht. Der frühe Wintereinbruch in den Départements Drôme, Isère, Ardèche und Rhône führte bis Freitag zu erheblichen Verkehrsbehinderungen auf Straßen und der Schiene. Für das Wochenende wurde eine Entspannung der Lage erwartet.

Autofahrer von Baum erschlagen

In der Gemeinde Roche im Département Isère wurde ein Mann von einem Baum erschlagen, der unter der Schneelast zusammenbrach. Der 63-jährige Autofahrer hatte versucht, einen anderen umgestürzten Baum von einer Straße wegzuräumen.

Zeitweise waren 330.000 Haushalte ohne Strom, wie der Netzwerkbetreiber Enedis mitteilte. Der Schneefall sei „sehr ergiebig“ gewesen, und es sei schwierig vorherzusagen, wann die Stromversorgung in den abgeschnittenen Haushalten wiederhergestellt sei, sagte Enedis-Sprecher Robin Devogelaere dem Sender BFM-TV. Auch der zuständige Staatssekretär Jean-Baptiste Djebbari bat die Menschen in den betroffenen Gebieten um Geduld.

Schnee lässt Strom und Internet ausfallen

Nach den Worten des Enedis-Sprechers entstanden „erhebliche Schäden“ an Stromleitungen. Zwei Hochspannungsleitungen brachen unter der Schneelast zusammen. Nach Angaben des Telekom-Konzerns Orange waren zudem 10.000 Festnetzleitungen unterbrochen, bei 50.000 Kunden fiel das Internet aus.

Der Wintereinbruch führte außerdem zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Auf der Autobahn A7 südlich der Großstadt Lyon staute sich der Verkehr, die Behörden verhängten zeitweise ein Lkw-Fahrverbot. Bei der Stadt Valence steckten vorübergehend rund 1300 Lastwagen im Schnee fest. Am Freitag hatte sich die Lage wieder beruhigt.

Auch Zugreisende bekamen die Schneefälle zu spüren: Rund um die Stadt Grenoble wurden drei Bahnstrecken gesperrt, da umgestürzte Bäume die Gleise blockierten. Eine besonders stark befahrene Regionalbahnlinie zwischen Lyon und Saint-Etienne sollte noch bis Freitagabend gesperrt bleiben. 

Auf den Flugplätzen Saint-Exupéry in Lyon und in Saint-Etienne wurden 15 Zentimeter Schnee gemessen, am nahe Grenoble gelegenen Vercors-Massiv 30 Zentimeter. Die Flughäfen warnten die Passagiere vor schwierigen Verkehrsbedingungen und riefen sie im Internet zu einer früheren Anreise auf.

Für das Wochenende sagte der Wetterdienst Météo France besseres Wetter und steigende Temperaturen voraus.