In Stuttgart sind winterliche Temperaturen nicht ohne. Die vergangenen Wintereinbrüche haben gezeigt, dass die Zahl der Unfälle sich an solchen Tagen gerne verdoppelt.

Stuttgart - Pünktlich zur Adventszeit hat der Winter auch in Stuttgart Einzug gehalten - wenn auch nicht mit voller Kraft. In den Regionen um Stuttgart gibt es immer häufiger Schneeregen, Schnee und Eis.

Zur Freude der Kinder - zum Leid der Autofahrer. Vor allem in Stuttgart sind winterliche Temperaturen nicht ohne. Denn die besondere Topografie bringt mit sich, dass Niederschläge zwar im Kessel noch als Regen herunterkommen, sich oben in den Höhenlagen aber gerne in Schnee verwandeln.

Die vergangenen Wintereinbrüche haben gezeigt, dass die Zahl der Unfälle sich an solchen Tagen gerne verdoppelt. "An einem durchschnittlichen Tag passieren in Stuttgart etwa 50 bis 60 Unfälle. "Im Dezember 2011 waren es an manchen Tagen bis zu 115 Unfälle", sagt ein Polizeisprecher. Die Unfälle passieren dann übrigens nicht nur in den Halbhöhen- oder Höhenlagen, sondern verteilen sich auf das gesamte Stadtgebiet.

Einige Straßen in Stuttgart müssen regelmäßig gesperrt werden, wenn es glatt wird oder schneit. Betroffen sind die Bergheimer Steige in Weilimdorf, der Herdweg in Stuttgart-Nord sowie die Riedenberger Straße in Birkach. "Diese Straßen werden von der Verkehrsüberwachung beobachtet", sagt ein Polizeisprecher.

Besonders vorsichtig sollten Autofahrer darüber hinaus auf Brücken fahren, in ungeräumten Nebenstraßen oder waldigen Abschnitten.

So kommen Sie sicher über Schnee und Eis

Der ADAC rät dazu, das Auto zunächst komplett von Schnee und Eis zu befreien. "Ein kleines Guckloch reicht nicht aus", sagt auch ein Sprecher der Stuttgarter Polizei.

Zudem sollte man seine Schuhe vor dem Einsteigen ordentlich abklopfen. Je mehr Feuchtigkeit mit ins Auto gerät, desto leichter beschlagen die Scheiben.

Anfahren sollte man am besten im zweiten Gang, um ein Durchdrehen der Räder zu vermeiden. Wichtig: behutsam mit dem Gaspedal umgehen! Plötzliches Gas geben oder wegnehmen kann dazu führen, dass der Wagen ausbricht oder wegrutscht. Zudem sollte man möglichst mit großem Gang und niedrigen Motodrehzahlen unterwegs sein.

Gefragt ist bei schneeglatter Fläche auch feinfühliges Lenken. Kommt das Fahrzeug trotzdem ins Schleudern: Auskuppeln und schnell, aber gefühlvoll gegenlenken. Reagiert das Auto nicht mehr, hilft nur eine Vollbremsung.

Streusalz kann übrigens die Bremswirkung verringern. Um eine Salzschicht auf den Bremsscheiben abzuschleifen, solte man laut ADAC auf salzgestreuten Straßen ab und zu bremsen - wenn dies möglich ist. 

Beim Bergauffahren gilt: Je mehr Gewicht  auf der Antriebsachse lastet, desto besser. Bei Frontantrieb sollten hintere Passagiere vor Problemstellen kurz aussteigen. Bei Heckantrieb sollte man für mehr Zuladung hinten sorgen.

Wird das Auto trotz Bremsen bergab immer schneller wird, empfiehlt der ADAC, bei noch relativ langsamer Fahrt die Schutzplanke oder eine Schneeverwehung als Bremshilfe zu nutzen. Der entstehende Schaden kann vielleicht teuer sein - er ist aber oftmals das geringere Übel. 

Ist der Wagen in einer Parklücke eingeschneit, muss er nicht unbedingt freigeschaufelt werden. Gut funktioniert das Rausschaukeln. Dabei sollte der Fahrer mit dem Auto nach Möglichkeit ein kleines Stück nach vorn rollen, um nach einigen Zentimetern schnell in den Rückwartsgang zu schalten und ein Stück nach hinten zu fahren. Das gilt es so lange zu wiederholen, bis der Wagen genug Schwung hat, um den Widerstand zu überwinden.