Eigentlich ist Nessy ja eher ein Sommerlochthema, wenn das gleichnamige Monster jahraus, jahrein zur Saure-Gurken-Zeit in Loch Ness auftaucht. Doch in Treffelhausen macht Nessy jetzt die Skifahrer froh.

Böhmenkirch - Das neue energieeffiziente Schneilanzen-System, kurz Nessy, kennen versierte Ski- und Snowboardfahrer längst aus dem Alpenraum. Zwölf Meter hoch ragen nun auch am Rande der Skilifte von Treffelhausen Rohre in Luft, aus denen man mit rund 30 Kubikmeter Wasser pro Stunde die Piste auf einer Breite von 80 Metern beschneien kann. Dazu braucht die Anlage aber ein zusätzliches Wasserreservoir und eine Kühlung, denn Leitungswasser wäre mit acht Grad zu warm.

 

Flutlicht an nach Feierabend

Mit zwei bis drei Grad kaltem Wasser lasse sich aber wunderbarer Schnee fabrizieren, teilt der Betreiber der beiden Skilifte bei Treffelhausen mit. Im Jahr 1964 hatte der ehemalige Skirennläufer Hubertus Lang den ersten davon in Betrieb genommen, acht Jahre darauf einen zweiten. Mit 65 Metern Höhenunterschied auf einer Länge von rund 420 Metern eignen sich die Treffelhäuser Pisten ideal für Familien. Zudem bietet sich bei Flutlicht die Möglichkeit, nach Feierabend bis 21 Uhr den Hang herunterzubrettern.

Mit Nessy soll nun dort noch mehr Planungssicherheit herrschen. Aber natürlich kann auch ein modernes Beschneiungssystem keine Wunder vollbringen. Minusgrade benötigt das System. Doch daran soll es auf der Alb nicht scheitern. An Kälteperioden hapert es im Winter selten. Dafür fallen Kälte und Niederschläge nicht immer zusammen. Um aber den ganzen Hang komplett ohne echten Schnee in eine Skipiste zu verwandeln, wäre der Aufwand wohl immer noch zu groß. Lang hofft, dass er mit Hilfe von Nessy die natürliche Schneeauflage haltbarer machen kann.

Zweiter Versuch

Bereits in den Siebziger Jahren hatte Hubert Lang einmal Schneekanonen auf dem Kriegsburren in Betrieb. Diese Ungetüme erwiesen sich aber als völlig unwirtschaftlich. Zurzeit ist Kunstschnee ohnehin nicht nötig: „Wir haben sehr, sehr viel, sehr schönen Schnee. Es lässt sich sicher hervorragend bei viel Schnee schön Skifahren“, erfahren Anrufer vom Skiliftbetreiber. Die Skisaison ist bereits seit Samstag eröffnet und hält hoffentlich noch eine ganze Weile an.

Überblick über die Lifte und Loipen

Skilift Donzdorf
Bei ausreichender Schneelage täglich von 13 bis 21 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet (Flut-licht). Läuft der Lift, ist das Info-Telefon (07162/24648) besetzt.

Waldskilift Schnittlingen
Zurzeit zum Afterwork-Skifahren in Betrieb, donnerstags von 17 Uhr an und freitags von 14 Uhr an (Flutlicht), am Wochenende von 10 Uhr an, Info-Telefon: 0152/28 81 52 91 oder www.waldskilift.de.

Skilifte Wiesensteig
Am Bläsiberg hat die Skisaison bereits begonnen. Je nach Witterung ist der Hauptlift momentan von 13 Uhr bis 16.30 Uhr in Betrieb (Info-Telefon: 0 73 35/63 10). Im Internet gibt es zudem eine Live-Webcam: www.skilifte-wiesensteig.de

Skilifte Treffelhausen
Am Kriegsburren laufen die Lifte ebenfalls schon. Die Betriebszeiten sind zurzeit am Samstag und am Sonntag von 9 bis 21 Uhr sowie wochentags von 13 bis 21 Uhr (Flutlicht). Der Parkplatz ist geräumt, die Skihütte zu den Betriebszeiten geöffnet, Info-Telefon: 0 73 32/61 08 oder www.skilifte-treffelhausen.de

Loipen
Aufgrund der andauernden Schneefälle und wegen des heftigen Windes können die Loipen gerade nicht neu gespurt werden. Ansonsten stehen im Kreis Göppingen bei entsprechender Wetter- und Schneelage aber folgende Strecken zu Verfügung. Bad Ditzenbach: Alb-Loipe, zehn bis zwölf Kilometer; Böhmenkirch: Ravenstein-Loipe, sechs Kilometer; Heidhöfe-Loipe sechs oder 13 Kilometer; Messelberg-Loipe: sieben oder 13 Kilometer; Kalte-Feld-Loipe: 2,5 oder acht Kilometer; Mauertal-Loipe: 5,5 oder zehn Kilometer; Donzdorf: Kuchalb-Loipe: 7,5 Kilometer; Wiesensteig: Skatingspur: zwei Kilometer; Jugenddorfloipe, vier Kilometer; Schertelshöhlen-Loipe: 13 Kilometer (zwei Teile: 6,5 und 7,5 Kilometer).