Wirbelsturm „Pam“ Südseeträume in Trümmern

Viele Ortschaften von Vanuatu wurden von dem Zyklon zerstört. Foto: AFP
Viele Ortschaften von Vanuatu wurden von dem Zyklon zerstört. Foto: AFP

Mit bis zu 330 Stundenkilomtern fegte der Zyklon „Pam“ über den Inselstaat Vanuatu hinweg. 90 Prozent aller Gebäude in der Hauptstadt Port Vila wurden beschädigt, auf den abgelegenen Inseln im Süden könnte es noch schlimmer aussehen.

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Vanuatu - Einer der schwersten Wirbelstürme der Geschichte hat auf mehreren Pazifikinseln schwere Schäden angerichtet, eine bisher unbekannte Zahl an Menschenleben gekostet und Zehntausende obdachlos gemacht. Das ganze Ausmaß der Katastrophe war auch am Sonntag noch nicht bekannt, weil im betroffenen Inselstaat Vanuatu noch kein Kontakt zu den entlegenen Inseln hergestellt werden konnte. Gerüchten nach sind dort aber Ortschaften von dem Zyklon Pam komplett zerstört worden. Ersten Berichten nach haben 90 Prozent aller Gebäude in der Hauptstadt Port Vila Schäden.

Am Sonntag haben die Einwohner nach dem gigantischen Sturm mit ersten Aufräumarbeiten begonnen. Acht Tote waren zuerst amtlich bestätigt worden, es wird aber mit einem deutlichen Anstieg der ­Opferzahl gerechnet. Die neuseeländische Radioreporterin Frances Cook berichtete, dass die angekündigten Winde mit Geschwindigkeiten am Samstag Vanuatu mit „weit über 300 Stundenkilometern“ getroffen hätten. „Das Hotel neben meinem ist total zerstört, gewaltige Bäume sind entwurzelt worden, Wellblechdächer überall, sogar angeblich Zyklon-sichere Apartments haben ihre Dächer verloren.“

10 000 Obdachlose in der Hauptstadt

Allein in Port Vila sind vermutlich 10 000 Menschen der dort lebenden knapp 50 000 Einwohner obdachlos. Tausende hatten in 23 Evakuierungszentren den Wirbelsturm überstanden. Auch das Krankenhaus sei beschädigt worden. Die ausrückenden internationale Helferteams haben Schwierigkeiten herauszufinden, wo die unmittelbare Hilfe am nötigsten ist, weil die Kommunikation noch nicht wiederhergestellt sei. Außerdem arbeitet der Flughafen noch mit verminderter Kapazität. Immerhin gelang es Militärmaschinen aus Neuseeland und Australien zu landen und erste Hilfsgüter zu bringen.

Der drei Flugstunden von Brisbane gelegene Inselstaat Vanuatu hat 270 000 Einwohner auf einer Fläche von 12 000 Quadratkilometern mit 82 Inseln, die von Nord nach Süd rund 1300 Kilometer entfernt sind. Besondere Befürchtungen bestehen für die mehr als 30 000 Menschen, die auf den entlegeneren Inseln weiter südlich leben. Der Großteil der Bevölkerung lebt dort in sehr simplen Behausungen, die Windböen von bis zu 330 Stundenkilometern kaum Widerstand entgegensetzen können. Im Vergleich zu den stärker entwickelten Inseln im Norden standen dort auch nur wenige Notfalllager zur Verfügung.

„Blühende Zukunft ist zerstört“

„Unsere Hoffnung auf eine blühende Zukunft ist zerstört“, sagte der angeschlagene Präsident Vanuatus, Baldwin Londsdale, den Delegierten einer UN-Konferenz zur Katastrophenvorsorge in Japan. Wirbelstürme gehören im Pazifik zwar zum Ablauf der Jahreszeiten, so schwer wie dieser war aber seit Menschengedenken kein Zyklon gewesen. Nach Angaben der Behörden schwächt sich Pam langsam ab und soll nun zwischen Fidschi und Neukaledonien hinweg nach Neuseeland ziehen.




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