Wirtschaft in Leonberg Ein Viertel der Unternehmen will erweitern

Von Ulrike Otto 

Die Region Stuttgart boomt. Auch am Engelberg ist die Nachfrage groß, doch es fehlen weitere Gewerbeflächen.

Bis 2021 wird es noch einige Spatenstiche im Gewerbegebiet Leo West geben. Foto: dpa/Bernd Settnik
Bis 2021 wird es noch einige Spatenstiche im Gewerbegebiet Leo West geben. Foto: dpa/Bernd Settnik

Leonberg - Wer über die Brennerstraße zum Westanschluss fährt, der sieht Kräne, Bagger und andere ­Baumaschinen. Die Deutsche Post ist mit ihrem Verteilzentrum bereits vor anderthalb Jahren ins Gewerbegebiet Leo West gezogen. Der Kran-Hersteller Scholpp ­feierte im Juli bereits Richtfest und auch diverse Spatenstiche gab es in den vergangenen zwölf Monaten. Verfügbar ist auf dem 7,2 Hektar großen Areal keine Fläche mehr. Alle Käufer sollen in den kommenden zwei Jahren mit ihren jeweiligen Bauvorhaben starten.

Keine Gewerbeflächen mehr

Spatenstiche, Richtfeste, Eröffnungen – es sind diese Ereignisse, die ein positives Licht auf den Wirtschaftsstandort Leonberg werfen, der in der boomenden ­Region Stuttgart große Konkurrenz hat. Doch wie fast alle Kommunen im Speckgürtel der Landeshauptstadt, vor allem die entlang der Autobahnen, hat auch die Große Kreisstadt ein Problem. „Leonberg hat keine städtischen Gewerbeflächen mehr“, sagt Wirtschaftsförderer Benjamin Schweizer.

Deshalb will die Stadt jetzt das ­bestehende Gewerbegebiet Carl-Zeiss-Straße in Gebersheim erweitern. „Das Areal ist eine mittelfristige Expansions­fläche für ortsansässige Betriebe, vor ­allem aus Gebersheim“, sagt der Wirtschaftsförderer. Vermarktet würden die Flächen aber noch lange nicht. Denn zunächst muss die Stadt die nötigen Grundstücke erst einmal über ein Umlageverfahren kaufen. Parallel wird ein Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan geändert. Vielleicht könne man im nächsten Jahr schon die Erschließung des Geländes an der Engelbergstraße planen.

Expansion innerhalb von fünf Jahren

Die Stadt hat jüngst eine Gewerbe­befragung veröffentlicht. „Ein Viertel der Unternehmen, die sich beteiligt haben, gibt an, dass sie innerhalb der nächsten fünf Jahre expandieren will“, berichtet Benjamin Schweizer. Erfahrungsgemäß kann bis zu einem Drittel dieser Vorhaben im Bestand umgesetzt werden. Etwa durch einen Erweiterungsbau oder den Umzug in ein bestehendes Gebäude. Ein Beispiel dafür ist der Pumpenhersteller ­Lewa, der das benachbarte Areal der Klavierfabrik Pfeiffer gekauft hat, die wiederum in die Berliner Straße ziehen wird. Oder die Firma Bosch, die sich auf das frühere Möbelhaus-Gelände erweitern will.

Neue Fläche auf der grünen Wiese

Bleiben aber immer noch zwei Drittel an Vorhaben, für die grüne Wiese erschlossen werden muss. Dazu erhalte er auch viele Anfragen aus der ganzen Region Stuttgart, sagt Benjamin Schweizer. Denn überall sei Gewerbefläche knapp. Die Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart hat in dieser Woche eine Erhebung unter den 179 Kommunen veröffentlicht. Demnach würden jedes Jahr 160 Hektar neue Flächen benötigt. Die größte Nachfrage gibt es dabei im Kreis Böblingen mit 92 Hektar in den vergangenen beiden Jahren, gefolgt vom Kreis Ludwigsburg mit 82 Hektar. Zum Vergleich: Es stehen in den nächsten zwei Jahren aber nur 62 beziehungsweise 23 Hektar zur Verfügung.




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