Wirtschafts- und Tourismusförderung in Lenningen, Owen und Erkenbrechtsweiler Zwischen Whisky-Walk, Keltentraum und Gewerbepark

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Auf die gemeinsame Ausschreibung der Stelle eines Tourismus-und Wirtschaftsförderers für die Stadt Owen und die Gemeinden Lenningen und Erkenbrechtsweiler sind 22 Bewerbungen eingegangen. Jetzt beginnt das Auswahlverfahren.

Streuobstwiesen und die Burg Teck sind zwei  der touristischen Pfunde, mit denen die Gemeinden wuchern wollen. Foto: Horst Rudel
Streuobstwiesen und die Burg Teck sind zwei der touristischen Pfunde, mit denen die Gemeinden wuchern wollen. Foto: Horst Rudel

Lenningen/Owen/Erkenbrechtsweiler - Geht es nach der Stadt Owen und den beiden Gemeinden Lenningen und Erkenbrechtsweiler, dann werden der Whisky-Walk, das Keltenzentrum und die Premium-Wanderwege der Hochgeh-Berge bald in aller Munde sein. Die drei in einem Verwaltungsverband zusammengeschlossenen Kommunen haben eine gemeinsame Stelle „ Wirtschafts- und Tourismusförderung“ geschaffen und ausgeschrieben. Am Dienstag haben sich die ersten Bewerber vorgestellt.

„Es sind insgesamt 22 Bewerbungen eingegangen“, sagt der Lenninger Bürgermeister Michael Schlecht, bei dem die organisatorischen Fäden der Kandidatensuche zusammenlaufen. Bis Mitte Dezember hoffen er und seine Bürgermeisterkollegen Verena Grötzinger (Owen) und Roman Weiß (Erkenbrechtsweiler), dem zuständigen interkommunalen Fachbeirat einen oder mehrere konkrete Vorschläge vorzulegen. In dem Gremium sitzen neben den Gemeinderatsvertretern der drei Partnerkommunen auch die Wirtschaftsförderer von Landkreis und Region, die Industrie-und Handelskammer, die Kreishandwerkerschaft und die Agentur für Arbeit.

Der oder die Neue muss den Spagat beherrschen

Der neue Mann, oder die neue Frau, muss den Spagat beherrschen. Während in Owen mit seinem Whisky-Walk, den Segway-Touren und den Premiumwanderwegen die touristischen Fragestellungen ebenso im Vordergrund stehen wie in Erkenbrechtsweiler mit dem geplanten Keltenzentrum, werden in Lenningen die handfesten wirtschaftlichen Themen verhandelt. „Angesichts des dramatischen Arbeitsplatzverlustes ist für uns der klassische Wirtschaftsbereich natürlich von großer Bedeutung“, sagt Schlecht unter Hinweis auf die Dauerkrise des einst größten Arbeitgebers im Lenninger Tal, der Papierfabrik Scheufelen.

„Wirtschaft, Handel und Gewerbe brauchen mehr denn je einen kompetenten Ansprechpartner, der strategisch in die Zukunft hinein plant“, sagt der Schultes. So gelte es, auf den frei werdenden Flächen der Papierfabrik einen Gewerbepark und womöglich, im Schulterschluss mit dem Land, ein Laubholz-Institut zu entwickeln.

Auch im Tourismusbereich werden von dem oder der Neuen wegweisende Konzepte erwartet. „Tagestourismus ist toll, aber die Wertschöpfung beginnt erst, wenn der Gast eine Woche bleibt“, sagt Schlecht. Da sich kein Urlauber wohl vier Whisky-Walks und drei Teck-Wanderungen am Stück zumuten würde, müssten neue Ansätze her. „Das fängt schon bei den Übernachtungsmöglichkeiten an“, sagt Schlecht.

Die neue Stelle ist unbefristet ausgeschrieben. Die Hälfte der Personal- und Sachkosten in den erste drei Jahren – 150 000 Euro – steuert der Verband Region Stuttgart über sein Kofinanzierungsprogramm Wirtschaft und Tourismus bei. Weil die Zusage erst im September in trockenen Tüchern war, sind die Partner in Verzug. Statt wie geplant am 1. Januar soll der neue Wirtschaftsförderer mit seiner Arbeit nun zum frühest möglichen Termin beginnen. Wie lange, das wird in drei Jahren neu verhandelt. „Die Stelle ist unbefristet, weil wir ihre Notwendigkeit nicht zwingend an den Fördergeldern festmachen“, sagt Schlecht. Klar aber sei auch, dass der Neue liefern müsse. „Letztlich entscheidet der Erfolg, wie lange es die Stelle gibt“, so der Schultes.