Wirtschaftsprüfer Ebner Stolz bleibt auf Wachstumskurs

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Die Stuttgarter haben ihre Position als einer der großen Anbieter hinter den „Big Four“ gefestigt.

Betriebe, die sich nichts zu Schulden kommen lassen wollen, brauchen professionellen Rat. Foto: dpa
Betriebe, die sich nichts zu Schulden kommen lassen wollen, brauchen professionellen Rat. Foto: dpa

Stuttgart - Die Stuttgarter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz hat ihren Umsatz seit der Fusion mit den Anbietern Mönning (Hamburg) und Bachem (Köln) im Jahr 2009 verdoppelt. Im vorigen Jahr sind die Erlöse um 7,7 Prozent auf 180,7 Millionen Euro gestiegen. Damit festigen die Stuttgarter, die auf den Mittelstand spezialisiert sind, ihre Position im Branchenranking. Hier dominieren die großen Vier, also PwC, EY, KPMG und Deloitte; dahinter rangiert aber mit BDO bereits ein Unternehmen, das in derselben Liga spielt wie Ebner Stolz (Umsatz 2015: 212,2 Millionen Euro).

Die Gründe für das Wachstum waren aus Sicht von Ebner Stolz eine stabile Nachfrage des Mittelstands, der gezielte Ausbau von Beratungsfeldern zum Beispiel im Geschäft mit Transaktionen und ein erfolgreicher Start am Standort Karlsruhe. Dort hat Ebner Stolz nach dem Rückzug von PwC einen Teil des Personals übernommen und einen eigenen Standort eröffnet. Großprojekte waren die Beratung des ADAC bei der Neuorganisation und die Arbeit auf mehreren Gebieten für Telefónica – von der Einführung eines internen Kontrollsystems bis zur internationalen Rechnungslegung.

Die Wirtschaftsprüfung ist am stärksten gewachsen

Mit einem Umsatzanteil von 40 Prozent ist die Steuerberatung das größte Geschäftsfeld. Das überproportionale Wachstum von 9,7 Prozent erklärt sich Ebner Stolz unter anderem mit dem großen Beratungsbedarf beim international tätigen Mittelstand durch die neue Steuerinitiative BEPS. Mit ihr will die Industriestaatenorganisation OECD gegen die Gewinnverlagerungs- und Steuervermeidungspolitik großer Konzerne ankämpfen. Das führt zu erhöhten Dokumentationspflichten, da die Betriebe belegen müssen, dass beispielsweise interne Verrechnungspreise korrekt ermittelt wurden. Auch die Erbschaftsteuerreform hat Beratungsbedarf ausgelöst, weil sich viele Familienunternehmen mit der Nachfolgeplanung befasst haben.

Die klassische Wirtschaftsprüfung verbuchte sogar ein Wachstum von 10,4 Prozent (Umsatz: 63,7 Millionen Euro). „Erfreulich ist, dass wir in mehr Ausschreibungen einbezogen werden und uns hier im Wettbewerb auch vielfach durchsetzen können“, sagte Wolfgang Russ, Partner am Stuttgarter Standort von Ebner Stolz.