Zuffenhausen Bürokomplex auf Fritz-Areal geplant

Von Bernd Zeyer 

Die Firma Fritz OHG möchte auf dem Areal Lorenzstraße/Schwieberdinger Straße die bestehende Bebauung abreißen und durch einen „Fritz-Campus“ mit vier oder fünf Bürogebäuden ersetzen. Dabei sollen zirka 2500 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Der aktuelle Planungsstand sieht vier Bürogebäude vor, ob ein fünftes errichtet werden kann, hängt vom Eigentümer des Grundstücks des Getränkemarktes ab. Foto: Stadt Stuttgart
Der aktuelle Planungsstand sieht vier Bürogebäude vor, ob ein fünftes errichtet werden kann, hängt vom Eigentümer des Grundstücks des Getränkemarktes ab. Foto: Stadt Stuttgart

Zuffenhausen - Die Firma Fritz OHG möchte auf dem Areal Lorenzstraße/Schwieberdinger Straße die bestehende Bebauung abreißen und durch einen „Fritz-Campus“ mit Bürogebäuden ersetzen (wir berichteten). Dabei sollen circa 2500 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Bezirksbeiräte haben in ihrer jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit dem Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan zugestimmt. Um das Vorhaben verwirklichen zu können, muss parallel zum Bebauungsplan der Flächennutzungsplan (FNP) geändert werden.

Bereits zwei Mal (2015 und 2017) ist das ambitionierte Projekt im Bezirksbeirat behandelt worden, und auch im Gestaltungsbeirat der Stadt war das Thema vor einem Jahr diskutiert worden. Letzterer hatte unter anderem einen größeren Abstand zur Wohnbebauung, eine geringere Gebäudehöhe in Richtung angrenzende Wohnbebauung sowie ein höheres Gebäude zur Hervorhebung des Quartiers angeregt. Diese Ideen sind in den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans eingeflossen. Die Neubauten in Richtung Lorenzstraße und Schwieberdinger Straße sollen nun zwischen maximal 23 Meter (fünf Geschosse) und maximal 31 Meter (sieben Geschosse) betragen. Zur Wohnbebauung an der Marconistraße sind abgestaffelte Häuser zwischen maximal 15 und 23 Metern angedacht.

Auf dem Gelände sollen in vier Bauabschnitten mindestens vier Bürogebäude gebaut werden. Es könnte aber auch eines mehr sein: Zwar gehört der größte Teil des Grundstücks der Firma Fritz, ein kleiner Teil aber der Firma Benz, die dort einen Getränkemarkt betreibt. Ob der Eigentümer verkaufen möchte, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Auf diesem Flurstück mit der Nummer 4019 (Schwieberdinger Straße 93) könnte ein weiteres Bürohaus errichtet werden, dann wären es insgesamt fünf. Die Neubauten sollen um einen zentralen Platz mit Bäumen, der neu angelegt wird, gruppiert werden. Neben Büroflächen sind ein Restaurant, ein Café, ein Casino (Kantine), ein Kiosk und ein Kindergarten angedacht. Auch eine zweigeschossige Tiefgarage mit circa 700 Stellplätzen soll neu gebaut werden. Deren Zufahrt würde ausschließlich über die Lorenzstraße erfolgen, die an der Ausfahrt zur Schwieberdinger Straße eine dritte Abbiegespur bekommen könnte.

Den Bezirksbeiräten ist der Klimaschutz wichtig

Auf der westlichen Seite der Schwieberdinger Straße soll der Gehweg auf 3,5 Meter verbreitert werden, damit auch Radfahrer ihn nutzen können. Die Firma Fritz hat sich bereit erklärt, die dafür notwendigen Flächen an die Stadt abzugeben. Die Verbreiterung des Gehwegs auf dem Flurstück 4019 kann erst nach dessen Verkauf realisiert werden. Die Gebäude Schwieberdinger Straße 89 beziehungsweise 89/1 sollen abgerissen werden. Der kombinierte Geh- und Radweg kann aber kurzfristig in diesem Bereich nicht weitergeführt werden, da das Gebäude Marconistraße 26 im Weg ist, das unter Denkmalschutz steht.

Die Beiräte befürworteten die Planungen im Großen und Ganzen, betonten aber die Wichtigkeit des Klimaschutzes. „Wir sind hin- und hergerissen“, sagte SPD-Fraktionssprecher Uwe Mammel. Einerseits würden viele neue Arbeitsplätze geschaffen und das Grundstück besser genutzt, andererseits befürchte man negative Auswirkungen auf Klima und Verkehr. Beides dürfe sich keinesfalls verschlechtern. Mammel forderte die Verwaltung auf, auf den Eigentümer des Flurstücks 4019 zuzugehen, damit der Geh- und Radweg länger werden könne. Dieses Thema trieb auch Susanne Bödecker von SÖS/Linke-Plus um, sie kritisierte, dass der Weg sozusagen im Nichts ende. Elisabeth Schneeweiß-Bauer von Bündnis 90/Die Grünen verwies auf die Bedeutung des Verkehrsgutachtens und forderte, den Lkw-Durchgangsverkehr in dem Bereich zu untersagen und das zulässige Tempo auf der Schwieberdinger Straße zu reduzieren. Trotz der kritischen Anregungen war die Abstimmung am Ende eindeutig: Von 14 Anwesenden stimmten elf den Planungen zu, drei enthielten sich.

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