Die Fußball-Weltverband (Fifa) sorgt mit dem Verbot der One-Love-Kapitänsbinde bei der WM in Katar für Empörung und Ärger. Wegen angedrohter Sanktionen verzichten die beteiligten Länder auf die Botschaft am Arm. Was steckt hinter der Bedeutung dieser Binde?

Die Aktion war schon im vergangenen September angekündigt worden: Mit der sogenannten „One Love“-Binde wollten neben dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ursprünglich sieben weitere Nationalmannschaften bei der WM in Katar auflaufen. Auf der Binde ist ein Herz in bunten Regenbogenfarben zu sehen, sowie der Slogan One Love zu lesen. Die Idee stammt ursprünglich vom niederländischen Verband KNVB. Auch Schweden und Norwegen wollten teilnehmen, qualifizierten sich aber nicht für die Titelkämpfe. Die Aktion sollte ein Zeichen gegen Homophobie, Antisemitismus und Rassismus sowie auch für Menschenrechte und Frauenrechte sein.

Farbgebung als Symbol

Die „One Love“-Binde steht ganz grundsätzlich für Vielfalt, Offenheit und Toleranz. Die Botschaft richtet sich gegen jede Form von Diskriminierung. Die Farbgebung symbolisiert dies. Rot, Schwarz und Grün finden sich in der Panafrikanischen Flagge, Pink, Gelb und Blau symbolisieren die Pansexual Flagge.

In gleich mehreren der angeprangerten Bereiche hatte es im Vorfeld der WM in Katar große Diskussionen gegeben. So gab es massenhaft Berichte über menschenrechtlich unhaltbare Zustände der Wanderarbeiterinnen und -arbeiter, die die Stadien der WM bauten. Zudem hatten zahlreiche Fan- und Menschenrechtsorganisationen die Haltung Katars gegenüber der LGBT-Gemeinde kritisiert. LGBT ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell und Transgender. Oft werden zur Inklusion weiterer Geschlechtsidentitäten auch die Varianten LGBTQ, LGBTQI oder LGBTQIA+ verwendet. Jeder Buchstabe steht für die eigene Geschlechtsidentität oder die sexuelle Orientierung.

Der entscheidende Passus, auf den sich der Weltverband bei seinem ausgesprochenen Verbot beruft, ist folgender: „Bei Fifa-Endrunden muss der Kapitän jedes Teams die von der Fifa bereitgestellte Kapitänsbinde tragen.“ Dieser Satz stammt aus Artikel 13.8.1 des Fifa-Ausrüstungsreglements . Damit begründet die Fifa ihr Recht, das Tragen der „One Love“-Kapitänsbinde bei der WM in Katar zu verbieten.