WM-Halbfinale gegen Kroatien Auch England fällt auf Regel-Irrtum rein

Von red/dpa 

Während des kroatischen Jubels nach dem 2:1 wollen die Engländer blitzschnell den Anstoß ausführen und stürmen in die gegnerische Hälfte. Der Grund: Eine Phantom-Regel, die nicht zum ersten Mal bei der WM für Verwirrung sorgt.

Trauer bei den englischen Spielern nach der Niederlage gegen Kroatien bei der WM 2018. Foto: AP
Trauer bei den englischen Spielern nach der Niederlage gegen Kroatien bei der WM 2018. Foto: AP

Stuttgart - Schon seit Beginn der Weltmeisterschaft sorgt eine vermeintliche Regel bei Zuschauern und Spielern für Verwirrung. Nach dem 2:1-Führungstreffer (109. Minute) für Kroatien durch Mario Mandzukic führten die Engländer auf einmal blitzschnell den Anstoß aus und stürmten in Richtung kroatisches Tor. Während das gesamte Team der Kroaten noch frenetisch das Tor bejubelte, drängten die verzweifelten Engländer unbedingt auf den Ausgleich. Kroatiens Schlussmann Danijel Subasic blieb aber ganz entspannt und machte keine Anstalten, einen möglichen Gegentreffer zu verhindern.

Die Spieler der „Three Lions“ gingen einer Phantom-Regel auf den Leim, die in dem Turnierverlauf zum wiederholten Male Thema ist. Sie glaubten wohl, wenn alle Spieler einer Mannschaft das Spielfeld verlassen, könne man die Begegnung wieder aufnehmen.

Eine Nutzerin auf Twitter veröffentlicht ein Video der Aktion aus dem Stadion:

Diese Regel gibt es allerdings nicht, wie das für die Regeln zuständige International Football Association Board (IFAB) bereits in der Vorrunde ausdrücklich bestätigte. Im ganzen Trubel wurde die englische Auswahl wohl von ihrer Verzweiflung übermannt und der türkische Unparteiische Cüneyt Cakir setzte der Aktion bereits nach wenigen Sekunden ein Ende.

Eigentlich hätte es England besser wissen müssen

Eigentlich hätten es die Engländer aber besser wissen wollen: Beim 6:1-Sieg in der Vorrunde gegen Panama schnappte sich Panamas Fidel Escobar nach dem 2:0 für England den Ball und stürmte in die gegnerische Hälfte – der Schiedsrichter pfiff die Aktion aber direkt ab.

Gemäß dem Regelwerk darf ein Anstoß nur ausgeführt werden, wenn sich alle Spieler außer demjenigen, der den Anstoß ausführt, in der eigenen Hälfte des Spielfelds befinden. Die Fläche außerhalb des Feldes nimmt dabei keine Sonderrolle ein. Europameister Portugal hatte zuvor mit seinem seltsamen Torjubel Aufsehen erregt, bei dem jedes Mal ein Spieler im Feld blieb. Die Portugiesen glaubten irrtümlich, nur so den Anstoß des Gegners verhindern zu können.