Viele wollen die WM boykottieren, indem sie die Spiele nicht schauen. Ist das gelungen? Wir haben uns die TV-Quoten der deutschen Gruppenspiele angesehen.

Gefühlt kennt jeder jemanden, der die WM boykottiert. Ob Menschenrechte oder der Umgang mit Homosexualität im Gastgeberland: Gründe das Turnier nicht zu schauen, gibt es mehr als bei jeder anderen Weltmeisterschaft. Wir haben uns die Einschaltquoten bei den deutschen Spielen angesehen und mit denen der WM 2018 verglichen.

Zuschauerzahl wächst pro deutschem Spiel

Das WM-Aus der Deutschen gegen Costa Rica verfolgten 17,43 Millionen Menschen. Das ergibt einen Marktanteil von 53,7 Prozent, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) mitteilt. Das zweite Gruppenspiel gegen Spanien lockte etwas weniger, nämlich 17,05 Millionen Zuschauer vor den Fernseher. Beim deutschen Auftaktspiel gegen Japan haben dagegen nur 9,23 Menschen zugesehen.

Mit jeder deutschen Partie stieg also die Einschaltquote. Jedoch generierten alle deutschen Spiele der WM in Katar niedrigere Zahlen als beim Turnier vor vier Jahren. 2018 sahen in allen Gruppenspielen der deutschen Mannschaft im Schnitt mehr als 25 Millionen Menschen zu. Auch 2014 schalteten in der Gruppenphase laut der Online-Plattform Statista zwischen 24,5 und 27,25 Millionen Zuschauer ein. Nicht eingerechnet in diesem Ranking sind die Zuschauer auf den Internetseiten der ARD sowie der Telekom, die keine Zahlen veröffentlicht.

DFB-Frauen schlagen DFB-Männer

Den bisherigen Einschaltquoten-Rekord des Jahres konnten die Männer damit nicht knacken. Topwert bleiben die 17,897 Millionen Menschen, die bei der ARD die 1:2-Niederlage der DFB-Auswahl bei der Frauen-EM gegen England sahen.

Ausgesprochen hoch ist die TV-Quote im Nachbar- und Weltmeisterland Frankreich. Trotz steigender Streaming-Zahlen sahen das Achtelfinale gegen Polen (3:1) im Durchschnitt 14,32 Millionen Menschen beim Sender TF1 und damit fast zwei Millionen mehr als noch beim Achtelfinale 2018 gegen den prominenteren Gegner Argentinien (4:3).