Wochenmarkt in Stuttgart-Ost Der neuer Standort kommt gut an

Von Fatma Tetik 

Wer im Stuttgarter Osten auf den Markt will, muss jetzt an die Stadtteilbibliothek kommen – der bisherige Platz ist wegen Bauarbeiten ein halbes Jahr nicht nutzbar. Marktbeschicker und Kunden sind mit dem Ersatzstandort indes überwiegend zufrieden.

Manuela Hipp (rechts) hält den Ersatzstandort für entspannter; der Händler Hermann Lang  befürchtet hingegen das Wegbleiben der Laufkundschaft. Foto: Fatma Tetik
Manuela Hipp (rechts) hält den Ersatzstandort für entspannter; der Händler Hermann Lang befürchtet hingegen das Wegbleiben der Laufkundschaft. Foto: Fatma Tetik

S-Ost - Es sind 343 Schritte vom Beginn der Jakob-Holzinger-Gasse bis vor die Stadtteilbibliothek an der Schönbühlstraße. Die Strecke vom alten Standort des Wochenmarktes am Ostendplatz zum Interimsmarkt vor der Bücherei ist in gemütlichen fünf Minuten zu bewältigen.

Wie berichtet, muss der Wochenmarkt aufgrund der Sanierung der Rewe-Tiefgarage für ein halbes Jahr dorthin verlegt werden. Dies hatte bei Kunden als auch Händlern im Vorfeld für Unmut und Verärgerung gesorgt. Nachdem der Markt bereits in der zweiten Woche am Ersatzstandort stattgefunden hat, scheinen die Wogen wieder geglättet.

„In der ersten Woche ist alles noch chaotisch gewesen, aber das wird sich mit der Zeit legen“, sagt die Obst- und Gemüsehändlerin Renate Krämer. Man sei positiv gestimmt und versuche die Attraktivität des Marktes auch am neuen Platz aufrecht zu erhalten, so Krämer.

Ärger über Falschparker

Ärgerlich sei indes, dass viele Fahrzeughalter das Parkverbot auf dem Bereich missachten und freitagmorgens so den Aufbau der Stände blockieren. Auch die Hinweisschilder zum Übergangsstandort finden die Händler nicht ausreichend. Am bisherigen Marktplatz hängen zwar einige Plakate mit einer entsprechenden Information; eine orientierende Beschilderung fehlt jedoch.

Trotz der leisen Kritik ist der Großteil der Beschicker zuversichtlich. Den Ausweich-Marktplatz finden viele Händler gar besser. „Hier ist alles kompakter und nicht zu sehr in die Länge gezogen, so findet man alles viel schneller“, erklärt Walter Schumacher. Seit 30 Jahren bietet Schumacher sein Obst und Gemüse auf dem beliebten Markt an. „Hier begegne ich jetzt auch vielen neuen Gesichtern“, sagt er. Auch die Mehrzahl seiner Stammkunden findet den Marktplatz am Übergangsort besser. Einer von ihnen ist Markus Wagner. „Hier geht es viel behaglicher zu; und das viele Grün mit den großen Bäumen sieht um einiges besser aus“, sagt Wagner. Wenn es nach ihm ginge, könnte der Markt auch nach Beendigung der Parkplatz-Sanierung an diesem Standort bleiben. Das findet auch Manuela Hipp. „Diese bestimmte Klientel, die sich am Ostendplatz versammelt, Alkohol konsumiert und rumkrakelt, schreckt doch einige davon ab, auf den Markt zu gehen“, sagt sie. Der Bereich vor der Stadtteilbibliothek sei daher geeigneter für einen entspannten Marktbummel.

Bleibt der Standort erhalten?

Genau diese Ruhe fürchtet indes Hermann Lang. „Wir haben hier deutlich weniger Laufkundschaft“, sagt der Blumenhändler. Am Ostendplatz profitiere man von der Bus- und Stadtbahnhaltestelle sowie von den vielen umliegenden Geschäften. Lang vermutet, dass der Markt auf lange Sicht am neuen Standort bleiben wird. So könnte der Veranstalter des Marktes, die Märkte Stuttgart GmbH, die Pachtkosten einsparen. Eigentümer des Areals am Ostendplatz ist die SSB AG. Die Fläche vor der Bücherei ist im städtischen Besitz.

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